Neue Ausstellung über japanische Kunst

Diese Holzschnitte machten den japanischen Künstler Tôshûsai Sharaku berühmt. Diese und weitere Accessoires der japanischen Mode sind derzeit im Grafischen Kabinett Augsburg ausgestellt. Foto: Kunstsammlungen und Museen Augsburg

Die Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg zeigen in den kommenden Wochen eine neue Ausstellung mit Werken aus dem eigenen Besitz. Mit "Aus der heiteren fließenden Welt" widmet sich das Grafische Kabinett im Höhmannhaus japanischer Kunst aus der Zeit, als Edo (heute Tokio) zur Metropole anwuchs.

Zu sehen sind zum einen Holzschnitte, sogenannte "Ukiyo-e", des geheimnisvollen Künstlers Tôshûsai Sharaku. Viel ist von ihm nicht bekannt. Berühmt wurde er durch seine Porträts von Sumo-Ringern, Kurtisanen und Schauspielern. Seine Werke galten um 1793 als revolutionär. Denn es handelt sich bei seinen Holzschnitten nicht um lebensnahe Abbildungen, sondern um bizarre Verzerrungen in deren Mimik. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte dann der Westen Sharakus Kunst für sich.

Der Künstler lebte während der Edo-Zeit, einer für Japan weitestgehend friedlichen Epoche. Die politische Macht lag beim "Schwertadel", der durch ein Kontrollsystem an den Clan der Tokugawa gebunden war, wohingegen das Bürgertum die Wirtschaft dominierte. In diesem sozialen Spannungsfeld kam der Freizeit eine Ventil-Funktion zu. Edo, heute Tokio, entwickelte sich rasch zur Millionenmetropole. In den Vergnügungsvierteln blühte der Star-Kult um Kurtisanen oder Schauspieler. Personen und Orte wurden in Farbholzschnitten festgehalten, die man "Ukiyo-e" nannte, "Bilder aus der fließenden Welt".

In der nun laufenden Ausstellung gibt es neben den Holzschnitten auch märchenhafte Skizzenbücher zu bestaunen sowie Färbeschablonen aus Papier, die "Katagami". Sie wurden dazu verwendet, traditionelle Stoffe zum Beispiel für Kimonos prachtvoll zu färben.

Einen weiteren Schwerpunkt der Schau stellen die "Netsukes" dar. Diese kunstvollen Figuren dienten dazu, das Gewicht der Taschen, die man zur traditionellen Kleidung trug, auszubalancieren. Die Figuren haben die Formen von Drachen, Göttern, des Tierkreiszeichens oder phantastischer Fabelwesen. Sie wurden in Elfenbein oder Wurzelholz geschnitzt.

Die Ausstellung "Aus der heiteren fließenden Welt" ist noch bis Sonntag, 7. Juni, im Grafischen Kabinett des Höhmannhauses, Maximilianstraße 48, in Augsburg zu sehen. Geöffnet hat die Sonderausstellung immer dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
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