Neue Bodenrichtwerte vom Landratsamt

Alle zwei Jahre veröffentlicht das Landratsamt Aichach-Friedberg die Entwicklungen am Grundstücksmarkt für die Region. Vergleichbar mit dem Berichtsjahr 2010 ergibt sich für das aktuell in der Studie betrachtete Jahr 2012 eine Umsatzsteigerung von rund 14 Prozent bei der Transaktion von Immobilien im Landkreis.

Der Trend für Friedberg und die Region ist deutlich: Der Kauf von Eigentumswohnungen hat gegenüber den Vorjahren deutlich zugelegt. Unbebaute Grundstücke standen im Vergleich dazu eher weniger zum Verkauf an. Das Landratsamt erklärt die Tatsache damit, dass derartige Grundstücke als Privatbesitz wohl auf dem Immobilienmarkt nicht angeboten wurden.

Verbunden mit dem Bericht über den Grundstücksmarkt ist auch die Veröffentlichung der aktuellen Bodenrichtwerte. Die hierin veröffentlichten Daten sind in der Regel nicht unmittelbar für die Bewertung einzelner Grundstücke geeignet, vielmehr stellen sie das durchschnittliche Wertniveau in den Gebieten des Landkreises dar. Diese Daten sind Grundlage von Verkehrswertgutachten privater Sachverständiger und auch für Friedberg stellt sich bei der Entwicklung der Bodenrichtwerte in den ausgewerteten Jahren 2011 und 2012 ein Preisanstieg vor allem in der Zone des historischen Stadtkerns und westlich der Stadtmauer von rund fünf Prozent dar.

Eine noch höhere Bodenrichtwertsteigerung können die Stadtteile Haberskirch und Hügelshart aufweisen. Dort belief sich der Anstieg um elf und 29 Prozent. „An was dies genau liegt können wir nicht darstellen, die Zahlen spiegeln lediglich den Trend der Verbraucher wieder“, erklärt Thomas Löffler. Die begehrte Lage zwischen den Zentren Augsburg und München und der Preisanstieg in den großen Städten hat auch Auswirkungen auf kleinere Städte wie Friedberg. Während also laut der aktuellen Zahlen die Bodenrichtwerte für Haberskirch und Hügelshart im Trend liegen, ist in Harthausen der Richtwert um 13 Prozent gefallen.

„Wir bekommen aus allen Immobilienkaufverträgen die Daten, die dann unter Wahrung des Datenschutzes analysiert und in konzentrierter Form in der Bodenrichtwertliste publiziert werden.“ Da überwiegend Eigentumswohnungen in den Städten des Landkreises zur Verfügung stehen, sieht Löffler den Anstieg hier auch für Friedberg gegeben. Insgesamt sei im Landkreis das Transaktionsvolumen bei den Eigentumswohnungen von 2010 auf 2011 von rund 39 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro extrem angestiegen. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Bericht des Landratsamts, dass trotzt des bundesweiten Anstiegs bei Gewerbeimmobilien im Landkreis seit 2010 ein Abwärtstrend von 38 Prozent zu verzeichnen ist. Das Landratsamt sieht als Begründung dafür nach dem Boom-Jahr 2010 eine gewisse Sättigung des Marktes.

In Friedberg selbst sieht man die Entwicklung – auch im gewerblichen Bereich – dennoch als positiv. Weiterhin sind die Flächen in den Businessparks sehr gefragt. Mit dem neuen Gewerbegebiet an der Autobahn A8 stehen jedoch auch in Friedberg noch Flächen zur Verfügung die nach Investoren suchen. Die seitens der Stadt in das Gebiet investierten Erschließungskosten werden erst nach dem Verkauf der Grundstücke wieder den städtischen Haushalt füllen. In Friedberg sieht man jedoch – allein schon aufgrund der sehr guten Lage mit direkter Autobahnanbindung – die Vermarktung, die nunmehr auf Hochtouren betrieben wird, als sehr positiv.

Wichtig ist dem Landratsamt klarzustellen, dass man im Berichtsjahr 2011 bis 2012 nicht von einem flächendeckenden Anstieg der durchschnittlichen Bodenrichtwerte sprechen kann. In 14 Gemeinden kam es zu einem Ansiteg, in sechs blieb der Wert gleich und in vier Gemeinden ist der Bodenrichtwert gesunken.

Wen die neuen Bodenrichtwerte im Detail interessieren, kann diese unter www.lra-aic-fdb.de abrufen.
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