Neue Pläne in Neusäß für das Sailer-Areal

Schon im Jahr 2006 war eine Nachnutzung des aufgelassenen Betriebsgeländes der Firma Mineralöle Sailer an der Beethovenstraße in Neusäß als ein Mischgebiet mit Doppel- und Reihenhäusern, Wohnungseigentum, Gewerbe, Büros und Praxen angedacht. Alle Gebäude auf dem Gelände sollten abgerissen werden und ein Quartier entstehen, das "aus sich selber leben und wirken" sollte.

Damit sollte das insgesamt 35 000 Quadratmeter große, einstige Gewerbegebiet einer völlig neuen Nutzung zugeführt werden. Damals gab es noch ein Altlastenproblem auf dem Gelände der ehemaligen Mineralölfirma zu lösen. Geschlossen werden sollte weiter ein städtebaulicher Vertrag über Planung und Kosten zwischen der Stadt und dem Grundstücksbesitzer, der die Planungskosten übernehmen sollte.

Dieser kam aber nicht zustande und ein Stillstand trat ein. Lediglich auf einem Teil des Sailer-Areals an der Ecke Beethoven-/Oskar-von-Miller Straße wurde vor einigen Jahren das KfH Nierenzentrum gebaut. Jetzt hat, so war vom Neusäßer Bürgermeister Hansjörg Durz zu erfahren, der Grundstückseigentümer wieder in Kontakt mit dem Planungsbüro Bayerische Landessiedlung aufgenommen.

Somit soll auf dem weiteren Gelände, das im Norden von der Bahnlinie, im Süden von der Beethovenstraße, im Westen von der Oskar-von-Miller-Straße und der Richard-Wagner-Straße im Osten begrenzt ist, das Projekt neu angegangen werden.

Der westliche Bereich, so erklärt Durz, ist für eine gemischte Nutzung gedacht. Vor allem aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich wurden bereits die Fühler ausgestreckt und erstes Interesse angemeldet, sich hier anzusiedeln. Der ganze östliche Bereich bei der Richard-Wagner-Straße ist als Wohngebiet vorgesehen mit Geschosswohnungen, im nördlichen Bereich sind Ketten- oder Doppelhäuser angedacht.

Nach zahlreichen Gesprächen mit den angrenzenden Firmen ABB und Steinbacher Consulting, einigen Fachbehörden sowie Städteplaner Jörg Streng von der Bayerischen Landessiedlung, konnten die neuen Planungen im Neusäßer Stadtrat jetzt vorangebracht werden. Wichtige Diskussionspunkte waren für den Stadtrat dabei die Kanalthematik in dieser Gegend sowie ein möglicher zukünftiger Radweg südlich der Bahnlinie, dessen Trasse schon vorgesehen ist, aber noch nicht sofort umgesetzt werden wird.

„Das ist noch Zukunftsmusik“, meinte dazu Durz. Weiter besprochen wurde ein künftiger Anschluss des Wohngebiets hin zur Hauptstraße, so dass ohne weitere Umwege für die Anwohner der Bereich Edeka/Gaststätte Schuster an der Hauptstraße mit zahlreichen Geschäften, Praxen und Banken ohne große Umwege zu erreichen ist. Der aktuelle Gestaltungsplan für das Sailer-Areal wurde vom Stadtrat einstimmig gebilligt, nachdem der Umgriff für das Gelände reduziert und die beiden Firmen ABB und Steinbacher Consult nicht miteinbezogen wurden. Im weiteren Verlauf des Verfahrens, so waren sich die Gremiumsmitglieder einig, soll der vorgelegte Entwurf weiter verfeinert werden und weitere Vorgaben an einen Bauinvestor festgelegt werden.

Der Plan wird nun an die diversen zuständigen Behörden geschickt, ab Donnerstag, 12. Juli, wird er einen Monat lang für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
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