Neues Paradies für Tiere

Grüne Wiesen, große Gehege und geräumige Ställe, verteilt auf insgesamt mehr als zwei Hektar Fläche: Das ist der neu eröffnete Gnadenhof an der B 17 in Königsbrunn. Zukünftig sollen hier Tiere aller Art ein besseres Leben führen als bisher. Der zweite große Bauabschnitt ist für 2014 geplant.

Bisher bewohnen Zwergziegen, Kaninchen und Hühner den Gnadenhof. Doch dabei soll es nicht bleiben. Hinter dem Projekt „Gnadenhof Gut Morhard“, unter der Schirmherrschaft vom ehemaligen Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags Eduard Oswald soll weitaus mehr stecken als ein einfaches Zuhause für Tiere. Genauso wichtig ist es für den Vorsitzenden des Tierschutzvereins Heinz Paula und sein Team, die Beziehung zwischen Mensch und Tier zu fördern und zu vermitteln.

Ins Rollen kam das gesamte Projekt durch die ehemalige Eigentümerin des Grundstücks, Hedwig Morhard. Sie hat einst mit ihrem Collie in dem Haus gewohnt, das jetzt mit Küche, Veranstaltungsraum und Wohnungen für Mitarbeiter dem Gnadenhof zur Verfügung steht. Als die Tierliebhaberin 2011 verstarb, erbte der Tierschutzverein das Grundstück sowie eine weitere Summe, die die Finanzierung des ersten Bauabschnitts ermöglicht hat.

„Dieser erste Bauabschnitt ist der Eingangsbereich für ein zukünftiges großes Tierparadies“, erklärte Paula. Pläne für den zweiten Bauabschnitt sind schon vorhanden. Was noch fehlt, sind die finanziellen Mittel. Sobald diese vorhanden sind, sollen auf der noch freien Fläche weitere Ställe, beispielsweise für Pferde oder Esel, oder ein Taubenschlag entstehen. Welche Tiere einmal in Königsbrunn einziehen, ist noch nicht klar: „Wir sind da relativ offen“, so Paula.

Die Kaninchen, die schon eingezogen sind, stammen alle aus mangelhafter Tierhaltung. Oftmals müsse die Polizei im Kreis Augsburg Haltern ihre Tiere wegnehmen, da sie nicht tiergerecht gehalten würden, berichtete Sabine Gaßner, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins. Neben den Unterkünften sollen weitere Bauwerke wie ein Wirtschaftsgebäude entstehen. Fest eingeplant ist der Umzug der Dr. Heinz-Fischer-Sammlungen des Naturmuseums Königsbrunns.

Denn der Vorstand von „Gut Morhard“ gibt sich nur mit einem Gnadenhof noch nicht zufrieden. Der Umzug der Sammlungen zeugt von einem museumspädagogischen Ansatz, des Weiteren sollen andere pädagogische Angebote wie die Vermittlung von Tier- und Naturschutz und Exkursionen am Gnadenhof stattfinden.

Die Bürger können sich über die Tierwelt informieren sowie selbst Teil des Projekts werden. So steht beispielsweise das Thema „Tierschutz geht uns alle an“ zur Diskussion mit Paula, oder Jugendliche können sich an einem Hundeführerschein versuchen. Die Mitarbeiter des Projekts wollen auch tiergestützte Therapien anbieten und Tiere während Urlaubsaufenthalten oder längerer Krankheit der Halter übernehmen und versorgen.

Der Gnadenhof soll der Stadt Königsbrunn als Bereicherung dienen und den Mitgliedern, die den Tierschutzverein überhaupt erst ermöglichen, etwas zurückgeben. Paula schweben Kooperationen mit Vereinen, Schulen oder auch Firmen vor. Bürgern stehe zudem die Möglichkeit offen, den Veranstaltungsraum für Feste oder Versammlungen zu nutzen.

„Wir erfahren viel positive Resonanz und die Leute kommen auf uns zu“, beschreibt er die bisherige Entwicklung. Allen Mitgliedern des Vorstands ist die Motivation und die Freude über den ersten Baustein ins Gesicht geschrieben. „Man kann wirklich sagen, dass ein Traum Wirklichkeit geworden ist“, freut sich Paula mit seinem Team.
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