Neues rund um Schwabens Kultur

Rüschen nähen oder Knöpfe umspinnen – das können Interessierte bei der Trachtenkulturberatung lernen. (Foto: Bezirk Schwaben)

Interessante Sonderausstellungen der Museen des Bezirks Schwaben locken ab dem Frühjahr wieder viele Bürger in ihre Einrichtungen. Geboten sind vielfältige museumspädagogische Angebote für Kinder, Erwachsene und Senioren. Der Kultur-Veranstaltungskalender 2016 bietet darüber einen umfassenden Überblick.



„Die Volksmusik möchten wir nicht nur auf Bühnen ,vorführen’, sondern wollen auch, dass Volksmusik an ihrem Entstehungsort, dem Wirtshaus, wieder ihren Platz findet und von den Gästen beim Mitsingen und Mittanzen ganz unmittelbar erlebt werden kann“, erklärt Christoph Lambertz. Im April sollen Augsburger deshalb durch den Tanzkurs „Bayerisch Tanzen“ in Bewegung gebracht werden. Unter dem Motto „Bier gewinnt“ wird das Jubiläum „500 Jahre Reinheitsgebot“ am 11. März im Kloster in Tierhaupten gefeiert. Hier soll aber nicht nur getrunken, sondern auch begeistert gesungen werden.

Das Rieser Bauernmuseum Maihingen war nun über ein Jahr geschlossen. Mitte März eröffnet es unter neuem Namen „Museum KulturLand Ries“. Die Besucher können auf 1300 Quadratmetern eine Zeitreise durchlaufen. Ein Krämerladen und ein Milchgeschäft aus den 20er sowie ein Damen- und Herrensalon aus den 50er Jahren sind nur einige Höhepunkte der Ausstellung. „Leben nach Luther. Eine Kulturgeschichte des evangelischen Pfarrhauses“ lautet die Sonderausstellung, die vom 23. März, bis zum 29. Mai im Museum zu sehen ist.

„Do it yourself – Mach’s doch selber“ lautet das Motto des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld. Neben aufschlussreichen Hintergründen zu den Themen „Hand-Arbeit“ oder zum „Baumarkt-Boom“ gibt es auch Einblicke in verschiedene Praktiken und Ursachen des „do it yourself“. In der Ausstellung vom 13. März bis zum 9. Oktober können Besucher Einzelstücke wie Seifenkisten oder „Upcycling-Möbel“ bewundern.

Vom 24. April bis zum 6. November zeigen die Hammerschmiede und der Stockerhof Naichen „Landlerisch – eine Ausstellung in acht Takten“. Ein „Landler“ ist eine ganze Familie von Tänzen, die ein Gesamtkunstwerk aus Instrumentalmusik, Gesang und Klatschen darstellt. Wie sich der Tanz in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelte, wird den Besuchern vor Ort gezeigt. Zahlreiche Mitmachstationen sowie audiovisuelle Medien lassen den Rundgang zu einem echten Erlebnis werden.

Auf Schloss Höchstädt im Landkreis Dillingen zeigt die Ausstellung „Heimatfront Kinderzimmer – Spielzeug und Kinderliteratur ab dem Ersten Weltkrieg“, wie die Kriegspropaganda Einzug in den Kinderalltag erhielt. Im Nationalsozialismus oder im Kaiserreich dienten Spielzeuge noch zur Kriegsbegeisterung. Die Ausstellung vom 1. April bis zum 9. Oktober will Interessierte zum Nachdenken anregen, ohne die Spielzeuge dabei zu bewerten. Ergänzt wird die Ausstellung durch das Projekt „Kriegskinder“ des Anne Frank Zentrums Berlin, in dem jugendliche Menschen in ihrem Umfeld befragen , die als Kinder im Krieg aufwuchsen.

61 Jahre gibt es schon das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren. 2016 wird ein neuer moderner Museumsbau mit etwa 700 Quadratmetern Ausstellungsfläche eröffnet. Verschiedene Aktionstage bereichern das Freizeitangebot im ältesten Freilichtmuseum Bayerns. Am 10. Juli findet der sogenannte „Tag der Volksmusik“ statt, am 7. August steigt das große Kinderfest. Heute sind es Fußballspiele, einst waren es die „Schützenfeste“, die tausende Besucher und Teilnehmer anlockten. Im neuen Anbau des Museums werden 600 Jahre Schützengeschichte lebendig, vom „Augsburger Schießen“ aus dem Jahr 1506 bis zu den Olympischen Spielen 1972 in München.

Reichlich neuen Stoff liefert auch die Trachtenkulturberatung für die Modesaison 2016. Kurse für Anfänger bis Fortgeschrittene laufen im Krumbacher Stammhaus, im Museum KulturLand Ries und im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren. Die Kursleiter geben dabei Anleitungen und Tipps zu Techniken beim Rüschen nähen oder Knöpfe umspinnen. Es besteht außerdem die Möglichkeit, bereits vorhandene Kleider zu „Dirndlaufhübschung“ mitzubringen und ein „Knopfmacherzertifikat“ zu erwerben.

Das komplette Programm gibt es im Internet unter oeffentlichkeitsarbeit@bezirk-schwaben.de.

Michéle Böswald
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