Neues Wasserrad am Schwallech

Die Fuggerstadt will mit dem Thema „Wasserkraft“ in die Liste des UNESCO-Welterbes. Ausgerechnet jetzt musste das alte Wasserrad am Schwallech entfernt werden. Es war nach 26 Jahren morsch und marode. Nun soll schleunigst ein neues Wasserrad her als sichtbares Zeichen für Augsburgs Wasserwirtschaft.

Die Fuggerstadt will mit dem Thema „Wasserkraft“ in die Liste des UNESCO-Welterbes. Ausgerechnet jetzt musste das alte Wasserrad am Schwallech entfernt werden. Es war nach 26 Jahren morsch und marode. Nun soll schleunigst ein neues Wasserrad her als sichtbares Zeichen für Augsburgs Wasserwirtschaft.

Schwierig ist bislang die Frage der Finanzierung. 94 000 Euro kostet die Nachbildung des alten Wasserrades, davon wurden 30 000 Euro bereits von den Stadtwerken Augsburg (swa) gestiftet. Der Rest soll über Bürgespenden zusammenkommen. Anton Asam, Vertriebsdirektor der swa, gibt das Versprechen, jeden weiteren gespendeten Euro zu verdoppeln. „Wir unterstützen, wo wir nur können“, lässt Asam verlauten. Dabei hätte es noch teurer werden können, wären vorab nicht einige Helfer bereit gewesen, ihr Mitwirken anzubieten. So übernimmt das Familienunternehmen Denzel aus Wertingen, das mit der Herstellung des Rades beauftragt wurde, die Kosten für das benötigte Holz, um den Preis möglichst niedrig zu halten. Auch den Transport und die fachgerechte Montage des Wasserrades konnte aus der Kostenrechnung ausgenommen werden, da dies die Neusässer Firma Montec auf sich nimmt. „Wir fühlen uns der Region verbunden und wollen uns im kulturellen und sozialen Bereich mehr engagieren“, gab Geschäftsführer Michael de Buhr als Begründung an.

Gerade nachdem sich die Stadt Augsburg für die Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO mit dem Titel „Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg“ bewarb, musste das alte hölzerne Wasserrad nach 26 Jahren im Dienst am Schwallech abmontiert werden. Peter Grab, Kulturbürgermeister der Stadt Augsburg, sprach davon, dass der Verlust des Wasserrades ein „Schock“ im Zusammenhang mit der Bewerbung war. Das Rad sollte als technisches Denkmal an die historische Wasserwirtschaft der Stadt erinnern. Früher wurde in Augsburg mithilfe von Wasserrädern an den Lechkanälen Energie für das Handwerk und die Industrie gewonnen.
Das neue Rad werde eine längere Lebensdauer als das Vorgängermodell haben, verspricht Peter Denzel, der zusammen mit seinem Bruder Christoph Denzel das Rad herstellt. Um dies zu gewährleisten verwende man für das Grundgestell Edelstahl. Die Feuchtigkeit würde somit über Jahre einen kleineren Schaden anrichten, als bei einer reinen Holzfassung.

Damit das Rad sein historisches Aussehen jedoch behielte, müsse das Grundgestell mit Holzmaterial so verkleidet werden, dass von außen das „Stahl nicht zu erkennen“ sei. Von der Optik werde es dem alten Rad also gleichen, es würde aber eben robuster werden. „Das Wasserrad soll nichts modernes sein, es soll sich langsam an die Umgebung anpassen und mit der Zeit auch reifen“, sagt Christoph Denzel. Das neue Rad wird einen Durchmesser von etwa viereinhalb und eine Breite von etwa zwei Metern haben.

Obwohl das Projekt bereits einige Unterstützer habe, benötige es dennoch weiterhin vor allem finanzielle Beiträge, um verwirklicht zu werden, betont Grab. Bisher wurden neben den 30 000 Euro der Stadtwerke weitere 3250 Euro gesammelt. Mit einem eigenem Onlineauftritt möchte Josef Schmaus, Geschäftsführer der Outline-Online Medien Gesellschaft, der Spendensammlung tatkräftig unter die Arme greifen. Auf der von Outline-Online kostenfrei zur Verfügung gestellten Homepage werden alle wichtige Informationen rund um das Wasserrad sowie der aktuelle Spendenstand präsentiert.

Tourismusdirektor Götz Beck hofft nun, dass sich Unternehmen und Organisationen vermehrt zu einem finanziellen Beitrag bereit erklären, da nun die Kosten für das Projekt klar bestimmt und nicht mehr in der Schwebe stehen würden. Dies galt als Bedingung, um weitere Sponsoren anlocken zu können, so Beck.
Grab kündigt außerdem sogenannte „Wassertage“ an, die jeweils am ersten Sonntag des Monats stattfinden und die Bürger zu einer Beteiligung an dem Projekt motivieren sollen. Im August findet der erste Wassertag statt. Bis Sommer 2014 soll das Rad dann seinen Platz am Schwallech gefunden haben.
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