Noch nicht reif für die Insel

165 000 Menschen kamen zum Max10, dem bisher letzten Maxfest. Ob es eine Neuauflage im kommenden Jahr geben wird und wie diese dann aussehen soll, ist noch nicht geklärt. Foto: CIA

Die Begeisterung im April über die Insellösung für ein neues Stadtfest war im Allgemeinen Ausschuss groß. Diese ist mittlerweile hinter verschlossen Türen in Ernüchterung umgeschlagen. Offiziell wird noch am Feinkonzept gefeilt, tatsächlich aber wurde das Inselfest wieder gekippt.

Ob es überhaupt im kommenden Jahr umgesetzt werden kann, ist die andere Frage. Denn die Stadt müsste tief in ihre Kasse greifen.

2010 waren es 165 000 Besucher beim bislang letzten Maxfest, das drei Tage dauerte. 2011 fiel das Konzept Sicherheitsbedenken zum Opfer - nach der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg wollte niemand mehr die Verantwortung übernehmen. Nachdem die Maximilianstraße aufgrund von Bauarbeiten als Feierzone länger ausfiel, besann sich die Stadtregierung erst 2014 wieder darauf, eine Stadtparty in der Dimension der Maxfeste ausrichten zu wollen. Als Folge auf einen entsprechenden Stadtratsbeschluss stellte Citymanager Heinz Stinglwagner im April besagte Insellösung vor. Die Idee dahinter: Bühnen und Stände sollten über die neugestaltete Innenstadt verteilt und zu kleinen Feierinseln zusammengefasst werden. Dadurch wäre die Festzone deutlich lockererer gestaltet, es wäre auch möglich gewesen einzelne Inseln speziell auf bestimmte Besuchergruppen auszurichten. Problem schon damals war, wie die einzelnen Inseln untereinander hätten verbunden werden sollen. Auch waren die bisherigen Maxfeste reine Gastronomenfeste. Die Wirte hatten ihre Buden mehr oder weniger direkt vor ihren Bars und Lokalen, was die logistische Versorgung der Stände erleichterte und gleichzeitig eine unmittelbare Werbemaßnahme für die Lokalitäten war. Mit der Insellösung wäre das so nicht mehr möglich gewesen - zumindest nicht für alle Gastronomen.

Auf Nachfrage zum aktuellen Stand hält sich die Stadt bedeckt. Pressesprecher Ulrich Müllegger erklärt, dass man noch am Konzept feile. Genaueres will er nicht verraten, da die interne Abstimmung noch nicht erfolgt sei. Angepeilt ist ein fertiges Konzept für Ende Oktober, das dann allerdings erst intern behandelt werde. "Die Zielvorgabe ist, dass es noch in diesem Jahr im Stadtrat behandelt wird", so Müllegger. Dann muss auch geklärt werden, ob die Stadt als Veranstalter auftreten will und wie viel Geld sie bereit ist, für ein Stadtfest in die Hand zu nehmen.

Im April hatte Stinglwagner die Kosten grob auf 400 000 Euro geschätzt. Rund die Hälfte davon sollte die Stadt übernehmen. Doch im April hatte im Stadtrat noch niemand an die 40 Millionen Euro Defizit gedacht, die im Jahr 2014 aufgelaufen waren. Die Haushaltslage ist angespannt und vermutlich bezieht sich der letzte Feinschliff am Konzept auf mögliche Einsparpotenziale für Max16.

An den wirklich teuren Posten kann aber kaum gespart werden, denn vor allem das seit Duisburg gestiegene Sicherheitsbedürfnis bei Großveranstaltungen kostet, wie Heinz Stinglwagner schon im April bestätigte.

Damals betonte der Citymanager auch, dass er mindestens ein Jahr Vorlauf brauche, um ein so großes Fest auf die Beine zu stellen. Vor der Sommerpause wollte er noch eine Entscheidung. Die Frist ist längst verstrichen.

Nun muss abgewartet werden, bis die Stadt mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit geht. Dann zeigt sich, was von den ursprünglichen Max-Festen übrig geblieben ist und ob es Stinglwagner und seine City Initiative Augsburg (CIA) schaffen, ein Stadtfest zu organisieren und ausreichend Sponsoren zu finden.
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