Oberhauser Bahnhof: Wohin mit der Drogenszene?

Die Umsiedlung der Szene hinter das Bahnhofsgebäude war nur der erste Schritt eines geplanten Gesamtkonzepts. Foto: Libossek

Einen Umzug hat die Alkoholiker- und Drogenszene am Oberhauser Bahnhof bereits hinter sich: Vom Vorplatz siedelten die Männer und Frauen hinter das Gebäude um, auf den ehemaligen Kinderspielplatz. Mittelfristig könnte ein weiterer Ortswechsel anstehen, denn zur Entlastung des Areals sucht die Stadt nach einem "Alternativangebot".

Vom Spielplatz übrig geblieben sind nur noch einige Bänke, alles andere hat der Ordnungsdienst abgebaut. Die Aufgabe des Spielplatzes am Oberhauser Bahnhof und die Umsiedlung der Szene war jedoch nur der erste Schritt des geplanten Gesamtkonzepts. Wie dieses allerdings genau aussehen soll, darüber ist von der Stadt noch nicht allzu viel zu erfahren. "Für Standortfragen ist es noch zu früh", sagt Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD) auf Nachfrage. Derzeit würden verschiedene Alternativen geprüft und sich über Erfahrungen in anderen Städten informiert. Auch nach passenden Immobilien werde gesucht.

Die Lage auf dem Helmut-Haller-Platz scheine sich indes entspannt zu haben, resümiert Dirk Wurm in der Sitzung des Ferienausschusses am Donnerstag. Die Stadt wolle durch Polizei, Ordnungsdienst und Drogenhilfe die Situation weiterhin genau beobachten.

Insgesamt könne festgestellt werden, dass sich die "betreffenden Personengruppen" - wie gewünscht - im hinteren Teil des Platzes konzentrieren. Verstöße würden konsequent zur Anzeige gebracht. Im Herbst wolle man noch einmal mit Polizei, Drogenhilfe und dem Sozialverband SKM die Lage erörtern und gegebenenfalls nachjustieren.

Die Ausschussgemeinschaft im Stadtrat aus Freie Wähler, Linke, ÖDP und Polit-WG fordert unterdessen, dass die Einrichtung eines Szenetreffs von einem Stadtsoziologen begleitet wird. Schon in der Vergangenheit hatte die Stadt einen "Trinkraum" einrichten wollen, aber keine Immobilie gefunden.

Der Ausschussgemeinschaft zufolge wird die Alternative in Kriegshaber liegen. Man müsse schleunigst mit den neuen Nachbarn kommunizieren, so die Forderung. Dass sich der bevorzugte Standort in Kriegshaber befindet, dafür gibt es von Ordnungsreferent Wurm jedoch keine Bestätigung. Er verweist auf die Sitzung des Allgemeinen Ausschusses im Oktober. In dieser möchte er die Konzeption für das Alternativangebot der Öffentlichkeit vorstellen.
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