Oliver Gottwald: "Klar bin ich von Augsburg geprägt"

Oliver Gottwald steuerte den Titelsong "Stadt, Land, Fluss" zur neuen KiKa-Sendung "Stadt, Land, Bus" bei. (Foto: ZDF/Felix Kost)
 
Das Cover seines neuen Albums "Lieblingslieder EP". (Foto: Marko Petz)

Seit dem 14.November  läuft die neue Serie "Stadt, Land, Bus" im KiKA (produziert im Auftrag des ZDF)- ein Augsburger hat hierzu den Titelsong geschrieben der passenderweise "Stadt, Land, Fluss" heißt.

Als Frontmann der Deutschpop-Band "Anajo" ist Oliver Gottwald schon 2007 beim Bundesvision Song Contest aufgetreten. Acht Jahre später erschien sein erstes Soloalbum unter dem Titel "Zurück als Tourist" mit elf frischen Songs und neuer Band, im Dezember geht es mit dem neuen Album "Lieblingslieder EP" auf Tour. 
Jetzt konnte er dem Ganzen noch eins drauf setzten, und lieferte den Titelsong zur Kindersendung "Stadt, Land, Bus", die vergangenen Montag auf KiKa anlief. Wie es jetzt weitergeht, was Heimat für ihn bedeutet und was Spätzle mit der ganzen Sache zu tun haben, erklärt uns der Künstler im Interview.


Stadtzeitung: Sie sind in Augsburg aufgewachsen, ist die Stadt für Sie immer noch "Zuhause"?
Oliver Gottwald: Um genau zu sein, bin ich in Schwabmünchen aufgewachsen, bzw. in Hiltenfingen. In Augsburg lebe ich aber nun schon sehr lange. Home is always where your heart is, das können auch mehrere Orte sein.
Stadtzeitung: Welche Musik hat Sie beeinflusst, oder haben Sie gehört, als Sie jung waren?
Gottwald: Als Kind hab ich am allerliebsten Hörspiele gehört. Beeinflusst in meiner Musik hat mich dies allerdings nicht.
Stadtzeitung: Wie hat sich Ihre Musik nach der Auflösung der Band "Anajo" verändert?
Gottwald: Nachdem mein erstes Soloalbum 2015 etwas ruhiger und akustischer ausgefallen ist, geht es dieses Mal wieder poppiger, elektronischer und tanzbarer zur Sache. Ich bin sehr stolz auf meine großartigen Bandkollegen, mit denen ich alle wichtigen Entscheidungen gemeinsam treffe.
Stadtzeitung: Einige Ihrer Songs haben es in die deutschen und österreichischen Charts geschafft. Welches der Lieder, die Sie geschrieben haben, denken Sie ist Ihnen am besten gelungen?
Gottwald: Mein All-Time-Favorite ist „Mann auf dem Mond“. Hier geht es um das Loch, in das man manchmal fällt, nachdem man etwas Großartiges und Unwiederbringliches erlebt hat. So wie der Mann auf dem Mond, der zurück auf die Erde kam und nichts mehr mit sich anzufangen wusste.
Stadtzeitung: Wie kam es zu der Entscheidung, ein eigenes Musiklabel zu gründen?
Gottwald: Es war vor allem das Bedürfnis, selbst etwas bewegen zu wollen und die Fäden in der eigenen Hand zu halten. Aber ich bin ja bei Lieblingslieder Records nicht ganz allein: Mein Partner Tom Reiling hat lange in Berlin bei verschiedenen Firmen im Musikbusiness gearbeitet und bringt deshalb eine große Kompetenz in allen relevanten Bereichen mit.
Stadtzeitung: Sie sind viel unterwegs, vermissen Sie Ihre Heimat von Zeit zu Zeit?
Gottwald: Naja, ich wohne ja hier in Augsburg. Wenn man aber vom Unterwegssein wieder nach Hause kommt, ist es umso schöner.
Stadtzeitung: Was ist Ihrer Meinung nach der größte Erfolg Ihrer bisherigen Musik-Karriere?
Gottwald: Ich könnte jetzt die Teilnahme an Stefan Raabs Bundesvision Songcontest nennen oder Chartseinstiege, in Wirklichkeit sind es aber die vielen kleinen Begegnungen mit Menschen auf unseren Konzerten, die unsere Musik feiern.
Stadtzeitung: Und was würden Sie gerne noch erreichen?
Gottwald: Ich bewundere Bands wie Tocotronic, die es seit vielen Jahren immer wieder schaffen, mich zu überraschen. Wenn man es hinbekommt, sich selbst nicht zu langweilen, hat man mehr erreicht, als man denkt.
Stadtzeitung: Im Dezember gehen Sie erneut auf Tour, freuen sie sich besonders darauf in Augsburg zu spielen?
Gottwald: Auf jeden Fall! Auch wenn ich dazu vor Nervosität meist ein kleines Beruhigungsbier vor dem Konzert brauche. Ist schon immer sehr aufregend hier.
Stadtzeitung:
Sie haben den Titelsong zur KiKa-Sendung "Stadt, Land, Bus" geschrieben, wie sieht hier die Hintergrund-Story aus? Und wie fühlt sich das an?
Gottwald: Die Redaktion der Serie „Stadt, Land, Bus“ war im Internet auf der Suche nach einem Titelsong auf unseren Song „Stadt Land Fluss“ gestoßen und dachte sich: „Das passt doch wie die Faust aufs Auge". Nachdem wir uns ein Bild von der Sendung – in der es um Vielfalt, Toleranz und Freundschaft geht – gemacht haben, dachten wir uns dasselbe.
Stadtzeitung: Mit welchem anderen Künstler, oder welcher Band, würden Sie gerne Mal auf der Bühne stehen?
Gottwald: Natürlich nur mit meiner eigenen. Für Udo Lindenberg oder Tocotronic würde ich allerdings eine Ausnahme machen.
Stadtzeitung: Wie viel "Augsburg" steckt noch in der Musik, die Sie jetzt machen?
Gottwald: So viel „Rügen“ in der „Rügenwalder Mühle“ steckt. Aber Spaß beiseite: Klar bin ich von Augsburg geprägt. Und das ist ja auch nichts schlechtes.
Stadtzeitung:Wollten Sie von klein auf Musiker werden?
Gottwald: Zwischendurch wollte ich auch mal Spätzlefabrikant werden. Es gibt nämlich keine guten nicht-selbstgemachten Spätzle. Eine echte Marktlücke!
Stadtzeitung: Und zuletzt können Sie sich vorstellen irgendwann mal etwas anderes zu machen?
Gottwald: Vielleicht Journalist werden. Aber wenn, dann nur bei der StadtZeitung!

Wir danken natürlich und wünschen dem Augsburger alles Gute für seine Tour im Dezember!

Alles rund um die "Lieblingslieder EP", den Künstler selber und alle Tourdaten gibt es auf www.olivergottwald.de.

Zu dem neuen Musikvideo zu Gottwalds Song "Halluzinationen" geht es hier: https://youtu.be/KCNzcVTM9j8
2
Diesen Autoren gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.