Orchester-Austausch zwischen Augsburg und Cuneo

Foto: A. Lonnemann
 
Foto: A. Lonnemann
„Gestern haben wir uns mit den Austauschschülern eigentlich nur zum Frühstücken getroffen, dann fangen die Italiener einfach mal so an zu singen und schließlich singen wir alle zusammen einen Evergreen nach dem anderen. Das ist ein Beispiel, wie das hier abläuft – also für mich ist dieser Austausch echt supertoll, eine echt gute Erfahrung“, sagt die 17-jährige Klara, die im Stetten-Gymnasium in die Q12 geht. Sie spielt seit sechs Jahren Klarinette und ist Mitglied im Orchester des Stetten-Instituts. Auch sie beherbergt einen der rund 70 italienischen Schüler des italienischen Austausch-Gymnasiums „Liceo Ego Bianchi“ aus Cuneo. „Wir unterhalten uns auf Englisch, das funktioniert ganz gut!“
Die St. Anna Kirche ist sehr gut besucht, als die Orchester beider Schulen einzeln und gemeinsam zum zweiten Freundschaftskonzert aufspielen. Auf dem Programm stehen Werke der klassischen Moderne wie das „Allegro Barbaro“ von Bartók und Highlights der Filmmusik wie das Thema aus „Schindlers Liste“ und eine Suite aus dem Film „Der mit dem Wolf tanzt“. Der gemischte Chor des Stetten-Instituts hat das Konzert mit zwei Sätzen aus der „Piccolomini“-Messe von Mozart eröffnet.
Die Schulleiterin des Stetten-Instituts ist ganz begeistert von dem Austausch. „Ich finde es genial, wie durch die Musik in so kurzer Zeit eine Freundschaft zwischen Schülern, Lehrern und damit auch der ganzen Schule entsteht“. Sie sei den organisierenden Lehrern, den beherbergenden Familien und den musizierenden Schülern sehr dankbar für deren Engagement, sagte sie in ihrem Grußwort vor dem Konzert.
Der Austausch zwischen den beiden Orchestern hatte im Frühjahr 2016 mit einem Besuch des Stetten-Orchesters in Cuneo (Piemont) begonnen. Der jetzige Besuch der Italiener ist bereits die vierte Begegnung. „Es war in diesem Jahr der ausdrückliche Wunsch der Schüler, mehr Zeit mit den italienischen Gästen zu haben. Daher sind die Italiener schon am Freitagabend angereist. Am Wochenende waren die Schüler privat mit den Gastfamilien unterwegs und wir haben einen gemeinsamen Ausflug nach Nürnberg gemacht“, berichte Annette Geerkens, Musiklehrerin am Stetten-Institut und Organisatorin des Austauschs auf Augsburger Seite. Die Besetzungen der beiden Orchester würden sich hervorragend ergänzen, so Geerkens. „Wir im Stetten-Institut sind sehr viele Streicher und Holzbläser, das Orchester des Liceo hat viele Blechbläser und hervorragende Schlagwerker. Gemeinsam entsteht mit über 100 Musikern ein Orchesterklang, der alle begeistert. Ich habe schon oft bei den Proben gehört „Wenn wir das dann erst mit den Italienern spielen…!“ Daran sieht man, wie fest der Austausch inzwischen zum Orchester-Leben am Stetten dazugehört. Darüber freue ich mich sehr“.
Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.100 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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