Osram streicht mehr als 500 Stellen

Zukunft offen: Mitte des Jahres wird für die fast 1600 Osram-Beschäftigten in Augsburg und Schwabmünchen eine richtungsweisende Zeit. Foto: Archiv/Driendl

Eine neue Röhre könnte es sein. Nicht mehr gefüllt mit Leuchtstoffen, sondern mit LED-Schienen. So soll der Augsburger Leuchtmittelhersteller Osram in eine möglichst strahlende Zukunft gehen. Das jedenfalls meint Roberto Armellini von der IG-Metall und erzählte von der Idee, als Betriebsrat und Gewerkschaft ihr Konzept für die Rettung des Konzerns vorstellten.

Doch zunächst einmal sieht es düster aus. Mehr als 500 Stellen will Osram streichen. Bis 2017 sollen in Augsburg 439, im Schwabmünchner Werk 90 Arbeitsplätze wegfallen. Mitte des Jahres soll die Belegschaft informiert werden, wer den Betrieb verlassen muss. Ebenfalls bis Mitte des Jahres kündigt Olaf Berlien an, eine Gesamtstrategie zu präsentieren. Berlien ist seit Januar Osram-Konzernchef.

Ob die neue Glasröhre mit den LED-Schienen darin eine Rolle spielt wird sich zeigen. Armellini jedenfalls befüchtet, dass "Osram in der Region von der Bildfläche verschwindet", wenn es an den bestehenden Produkten festhalte. Er hoffe daher, dass ein neues Sortiment vorgestellt wird.

Die Firma Osram ist seit 1922 in Augsburg ansässig, gründete damals in der Fuggerstadt eine Tochterfirma namens Wolfram-Lampen. Die wichtigsten Produkte, die im Augsburger Werk gefertigt werden, sind die hier erfundene Energiesparlampe und Leuchtstoffröhren. Dafür verfügt der Standort über eine eigene Glaserei. In der Filiale in Schwabmünchen werden Drähte und Leuchtstoffe hergestellt und nach Augsburg geliefert.

Hatte Osram in Augsburg Mitte der 90er Jahre noch mehr als 2000 Mitarbeiter, könnte die Anzahl der Angestellten nun auf etwa 800 reduziert werden (Stand heute: rund 1200). In Schwabmünchen würden nach der Kürzung statt rund 360 nur mehr 270 Menschen tätig sein.
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