Panther im Eisbärenfell: AEV-Fans schleichen sich in Fanbus ein und entwenden Fahne

Um eine entwendete Fahne der Fans der Eisbären Berlin ging es in einem Gerichtsfall am Mittwoch. Fans der Augsburger Panther hatten die gegnerischen Fankurve bestohlen. (Foto: David Libossek)

Ein Streich und keine Straftat, findet die Verteidigung: Am Mittwoch wurde vor dem Amtsgericht Augsburg ein Fall der ungewöhnlichen Art verhandelt. Zwei Anhänger der Augsburger Panther sollen eine Fahne des gegnerischen Lagers geklaut und beschädigt haben, die Anklage lautet auf gemeinschaftlichem Betrug.


„Wie bei den Pfadfindern auch“, beschreibt die Anwältin der beiden Angeklagten das Vergehen. Ein Streich zwischen den Fans rivalisierender Sportgruppen – mehr nicht.
Anfang Februar fand das Erstligaspiel der Deutschen Eishockeyliga zwischen den Augsburger Panthern und den Eisbären Berlin im Curt-Frenzel-Stadion statt. Aufgrund fehlender Voranmeldung musste ein Fan der Eisbären seine vier auf vier Meter große Fahne im Reisebus zurücklassen.
Die beiden Angeklagten gaben sich daraufhin dem Busfahrer gegenüber als Berlin-Fans aus und behaupteten, sie könnten „die Fahne jetzt doch mit ins Stadion nehmen“, wie die Richterin den Sachverhalt zusammenfasst. Danach brachten Falschen Eisbären die Trophäe in eine umliegende Kneipe.

Zerstörer der Fahne nicht gefunden

„Wir wollten die Fahne vor dem Stadion verkehrt herum aufhängen“, erklärt einer der Angeklagten. Wie ein ungeschriebenes Gesetz in der Fanszene es gebiete, müsse sich die gegnerische Fankurve daraufhin auflösen. Zu dieser Aktion sei es dann aber nicht mehr gekommen, da bereits die Polizei eingeschaltet worden war.
Hinzu kommt, dass die Fahne zerschnitten aufgefunden wurde, was laut den Angeklagten, jedoch nicht das Bestreben war. „Es ging ja darum, dass die anderen die Fahne sehen und sie sich zurückholen müssen“, veranschaulichen die Panther-Fans. Wer die Fahne letztendlich zerschnitten hatte, konnte nicht geklärt werden. Die Angeklagten behaupten, die Fahne bei befreundeten AEV-Liebhabern gelassen zu haben und in das Stadion zurückgekehrt zu sein.

Die Staatsanwaltschaft plädiert auf schuldig, da die beiden AEV-Anhänger die Fahne entwendet hatten und ein mögliches Verschwinden nicht auszuschließen gewesen sei. Die Sachbeschädigung sei zwar keine Absicht gewesen, aber dennoch passiert, so der Staatsanwalt.
Das Urteil ist jedoch eine gute Nachricht für die Augsburger: Freispruch.
„Sie wollten die Fahne nicht dauerhaft an sich nehmen“, begründet die Richterin. Es ging lediglich um das Ritual, Schande über die gegnerischen Fans zu bringen.
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