Papilio importiert Fachkräfte

Papilio importiert Fachkräfte Ruth Siemes-Frömmer von Papilio (Dritte von links, hinten) und ihre europäischen Kolleginnen. Foto: oh

Der Fachkräftemangel in deutschen Kitas und Kindergärten ist groß. Häufig wird Personal aus dem EU-Ausland angeworben, um Lücken zu füllen. Doch die Integration der fremdsprachigen Mitarbeiter ist nicht immer einfach.

Genau hier will das Augsburger Sozialunternehmen Papilio ansetzen. Mit einem speziellen Integrationskurs werden EU-Erzieherinnen auf ihren Einsatz in deutschen Kitas vorbereitet. Ein erster Kurs mit neun Teilnehmerinnen aus Spanien und je einer aus Polen und Bulgarien ist Anfang September in Augsburg gestartet. "Wir sind es unseren Kindern schuldig, dass wir dem Personalmangel qualifiziert begegnen", sagt Heidrun Mayer, geschäftsführende Vorsitzende von Papilio.

Ana Isabel Moret Martinez ist eine der Teilnehmerinnen des Integrationskurses. Die 26-Jährige hat in ihrer Heimat Valencia Pädagogik studiert. Eine Anstellung fand sie in dem krisengeschüttelten Land nicht. Einen unbefristeten Arbeitsvertrag beim Träger "Kinderzentren Kunterbunt" hat Moret Martinez wie ihre Kolleginnen bereits in der Tasche. Sie wird künftig in der Kita Löwenzahn in München-Feldmoching tätig sein. "Jetzt habe ich eine Perspektive", freut sich die junge Frau, "ich kann endlich wieder mit Kindern arbeiten."

Das Besondere an dem Integrationskurs, den Papilio in Kooperation mit der spanischen Personalagentur Xpania und den Kinderzentren Kunterbunt anbietet: Die EU-Fachkräfte werden bei ihrem Neustart in Deutschland nicht allein gelassen. Um sie als vollwertige Arbeitskraft in ein Kita-Team zu integrieren, nehmen sie noch bis November in Augsburg an dem dreimonatigen Integrationskurs teil, bei dem sich Praxisphasen und theoretische Fortbildungen abwechseln. Dabei lernen die Teilnehmerinnen in drei Blöcken unter anderem Grundlagen der Elementarpädagogik in deutschen Kindertagesstätten kennen. Ihre Deutschkenntnisse werden mit einem speziell auf pädagogische Belange ausgerichteten Sprachkurs vertieft. Zusätzlich werden den EU-Erzieherinnen in ihrer neuen Heimat Wohnungen vermittelt.

"Es darf uns nicht nur um die Quantität des Personals in der Kinderbetreuung gehen", sagt Papilio-Geschäftsführerin Mayer, "wir müssen auch die Qualität im Blick haben."

Die Teilnehmerinnen hatten sich in ihrer Heimat um eine Anstellung in Deutschland beworben. Die Spanierinnen sind über die Agentur Xpania mit den Kinderzentren Kunterbunt und Papilio in Kontakt gekommen. Nach mehreren Vorstellungsgesprächen wurden sie ausgewählt. Die Fachkräfte aus Bulgarien und Polen hatten sich direkt bei dem Kita-Träger beworben. Alle haben ein abgeschlossenes Fachstudium.
22.09.2015 | 08:00 Uhr
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