"Paula und die Kistenkobolde" zeigen Gefühle

Paula und die Kistenkobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold (von links) vermitteln Kindergartenkindern soziale und emotionale Kompetenzen. Gestern feierte die Geschichte ihren Tourtag in Augsburg. Foto: Clarissa Beck

"Wie fühlt es sich denn an, wenn man Angst hat?", fragt der kleine Marionetten-Kobold. "Naja, ich hab dann so ein Kribbeln im Bauch", versucht Paula, die Protagonistin aus dem Stück "Paula und die Kistenkobolde" zu erklären. Die Geschichte ist Teil des Präventionsprogramms Papilio.

Es fördert soziale und emotionale Kompetenzen von Kindergartenkindern. Das soll gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt vorbeugen. In Augsburg hat das Programm durch die Puppenkiste einen besonders bekannten Partner. Gestern feierte die Papilio-Tournee deshalb hier ihren Auftakt.

Die Kistenkobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold stehen jeweils für eines der Basisgefühle. In dem kurzen Theaterstück lernen sie ihre Empfindungen kennen und, dass es völlig normal ist, auch einmal zornig oder traurig zu sein. Die Geschichte soll den Kindergartenkindern helfen, mit ihren eigenen und den Gefühlen anderer umzugehen. Etwa 330 Kinder haben gestern die Vorführungen sehen können.

Das Präventionsprogramm setzt ganz gezielt im Kindergarten an. Denn hier ist die Entwicklung emotionaler Kompetenzen besonders beeinflussbar. Papilio richtet sich deshalb auch nicht an Kinder, bei denen sich vielleicht bereits Probleme abzeichnen, sondern an alle. "So können alle von einander lernen, die Kinder die eventuell Defizite haben und die, die vielleicht schon ein bisschen mehr kennen", erklärte Heidrun Mayer, die Vorsitzende des Vereins Papilio.

Durch die Frühförderung lernen die Kinder aber nicht nur ihre Gefühle kennen, sondern auch den richtigen Umgang damit bei sich selbst und den Mitmenschen. Damit macht das Programm einen wichtigen Schritt zum Schutz vor Sucht und Gewalt.

Auch Ordnungs- und Sportreferent Dirk Wurm (SPD) zeigte sich begeistert von dem Programm. Ihm gefiel die spielerische Herangehensweise für den Umgang mit schwierigen Situationen. Er wünscht sich, dass in Augsburg noch mehr Kindergärten das Konzept aufgreifen. Derzeit arbeiten in und um Augsburg rund 25 Betreuungseinrichtungen mit Papilio und die Nachfrage ist sehr groß, berichtete Heidrun Mayer. Nur die finanziellen Möglichkeiten stellten oft ein Hindernis dar. Deshalb wünscht sie sich für die Zukunft, dass auch die Stadt Augsburg mit einsteigt in die frühe Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen.
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