Pelz Ermittler am Montag auf Streife in Augsburger Innenstadt: Tierschützer klären über Echt- und Kunstpelze auf

Die "Pelz Polizei" war auch schon in den Straßen Berlins unterwegs. (Foto: Pelz-Polizei)
Die Ermittler der Pelz Polizei sind am kommenden Montag in der Innenstadt von Augsburg auf Streife. Die Tierschutzaktivisten des Deutschen Tierschutzbüros werden verkleidet durch die Einkaufsstraße ziehen und Pelzträger aufklären. "Denn noch immer lassen 100 Millionen Pelztiere ihr Leben für simple Extras an der Kleidung und das, obwohl es genug Alternativen gibt", schreiben die Aktivisten in ihrer Ankündigung. Das Deutsche Tierschutzbüro möchte durch diese Aktion Pelzträgern helfen, Echtpelz von Kunstpelz zu unterscheiden und sie über das unsägliche Tierleid hinter dem Produkt aufklären.

"Es ist leider noch immer ein gewohntes Bild auf den Straßen: Pelzbesätze an Jacken und Mützen", schreiben die Initiatoren in einer Pressemitteilung. Obwohl die Mehrheit der Bevölkerung Echtpelzprodukte wie Pelzmäntel ablehne, fänden sich doch immer wieder kleine Accessoires an der Kleidung. "Doch auch für diese kleinen Produkte mussten Tiere nach grausamer Gefangenschaft ihr Leben lassen. Doch so lange Pelzkrägen und Pelzbommeln an Mützen auf der Straße zu sehen sind, werden der Trend und die Mode gefördert", heißt es weiter.

Ein großes Problem stelle die fehlende Deklarationspflicht in Deutschland dar. Viele Verbraucher wüssten oftmals nicht, dass es sich bei dem erworbenen Produkt um Echtpelz handelt. "Sie orientieren sich am Preis, doch erschreckenderweise kann Kunstpelz sogar teurer als echter sein", sagen die Tierschützer. Die erforderliche Bezeichnung „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ an den Produkten, sage überhaupt nichts über die verwendete Tierart, die Herkunft, geschweige denn die Haltungsbedingungen aus, zumal sie häufig schlichtweg nicht an dem Produkt angebracht ist, mahnt die Pressemitteilung.

„Verbraucher werden hier nicht umfassend aufgeklärt, deswegen gehen die Ermittler der Pelz Polizei auf Streife und helfen bei der Aufklärung“, so Jennifer Schöpf, Ermittlerin der Pelz Polizei.

Über die Motivation und Hintergründe der Uniform teilt die Pelz-Polizei mit: "Menschen haben die Polizei als Freund und Helfer, der für ihren Schutz sorgt, warum nicht auch für die Tiere? Die Bezeichnung „Polizei“ ist kein geschützter Begriff und wir sind mit dem Zusatz „Pelz“ und unserem Logo auf dem Arm als Tierschützer erkennbar."

Die Pressestelle der Polizei Berlin berichtet auf Nachfrage unserer Zeitung, dass Ihnen keine Meldungen vorliegen, dass es aufgrund der Uniform zu Verwirrung oder gar Verwechslungen mit echten Polizisten gekommen sei.

Die Aktivisten des Deutschen Tierschutzbüros bieten in Augsburg jedenfalls in blauen Uniformen am kommenden Montag den Service an, den erworbenen Pelz vor Ort untersuchen und testen zu lassen, um zu bestimmen, ob es sich um Echt- oder Kunstpelz handelt. Sie werden Pelzträger direkt ansprechen und wollen darüber aufklären, was es mit dem Produkt auf sich hat und welche enorme und unnötige Tierqual dahinter steckt.

"So gut wie alle Pelztiere werden auf riesigen Farmen eigens für die Pelzindustrie gezüchtet", sagt Schöpf. "Dort verbringen sie ihr kurzes Leben in winzigen Drahtgitterboxen, die mit einem artgerechten Leben nicht im Entferntesten etwas zu tun haben. Nur ihres Fells wegen werden sie mit nur wenigen Monaten grauenvoll getötet. Dabei kommen Stromschläge und Gaskammern zum Einsatz, oder sie werden gnadenlos tot geprügelt." Diese Tierqual dürfe zukünftig nicht mehr mit dem Kauf von Pelzprodukten bewusst oder unbewusst unterstützt werden. Daher laufen Schöpf und ihre Mitstreiter Streife.
(pm/tab)
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Antonietta Tumminello aus Absberg | 14.02.2017 | 07:31  
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