Picasso, Dalí und ein Raum ab 18

Das „Selbstportrait als Pierrot mit blauer Kappe“ von Armand François-Joseph Henrion ist eine von vielen Selbstdarstellungen, die seit Samstag im Schaezlerpalais zu sehen sind. Foto: Repro: Museen und Kunstsammlung Augsburg (Foto: Museen und Kunstsammlung Augsburg)
Augsburg – Picasso, Giacometti und Dalí: Werke dieser bekannten Künstler sind im Schaezlerpalais seit Samstag zu besichtigen, am Freitag fand die Eröffnung im Goldenen Saal im Rathaus statt. Die ausgestellten Bilder verdankt das Museum der Leihgabe Helmut Klewans, eines passionierten Kunstsammlers.

Nachdem Klewan seine eigene Galerie geschlossen hat, ist er schwerpunktmäßig als Sammler und Leihgeber für wenigstens 400 Ausstellungen tätig gewesen. In seinem Besitz befinden sich mehr als 900 Portraits, von denen auch einige in der hiesigen Ausstellung gezeigt werden. Ein Buch und ein Film, der ab Beginn der Ausstellung gezeigt wird, sollen weitere Einblicke in das Leben und vor allem die Sammlertätigkeit Klewans ermöglichen.

Trotz der sehr heterogenen Sammlung stehe der Mensch im Zentrum, erklärt Dr. Christof Trepesch, Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Ein großes Thema, das sich durch die Ausstellung zieht, sind der Körper und die Auseinandersetzung der verschiedenen Künstler mit dessen Abstraktion und Destruktion. Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus verschiedenen Epochen, hauptsächlich jedoch der klassischen Moderne und der Gegenwartskunst, zeigen verschiedene Aspekte des künstlerischen Umgangs mit Körperlichkeit.

Die Exponate geben einen Eindruck, wie sich die Kunst im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart entwickelt hat. Beim Gang durch die Räume bewegen sich die Werke vom Gegenstand zum Abstrakten und zurück und bieten zudem einen Einblick in den persönlichen Geschmack Klewans. Die Gemälde sind zum Teil wie bei ihm Zuhause angeordnet und zeugen somit vom privaten Charakter der Auswahl der Werke.

Die Vorlieben Klewans reichen dabei von Gemälden, die über „eine einfache, klare Formensprache verfügen“, bis durchaus hin zu einem „Faible für niedere Kunst, fast Kitsch“, erzählt Trepesch.

Das Schaezlerpalais hat dabei bewusst die Vielfalt der Sammlung Klewans widergespiegelt. Auf den bunten Wänden wurden die mehr als 160 Exponate in neue Kontexte gestellt, und entfalten durch den farblichen Kontrast eine Wirkung, die auch den Sammler selbst überrascht habe, berichtet Trepesch. Bei der Konzeption der Ausstellung sei nach einem groben Plan die graphische Aufteilung letztlich mit Eintreffen der Bilder vor Ort erfolgt, berichtet Julia Quant, Kuratorin der Ausstellung.

Zwei der Favoriten Klewans sind ebenfalls vertreten mit Alberto Giacometti, welchem der erste Raum gewidmet ist, sowie Pablo Picasso, dessen Bilder aus Klewans Sammlung international immer wieder gefragt sind.

Der letzte Raum der Ausstellung ist nur für Besucher über 18 Jahren freigegeben. Hier werden mit Künstlern wie Günter Brus, Hermann Nitsch und Christian Ludwig Attersee Beispiele der Aktionskunst des 20. Jahrhunderts gezeigt. Tabubrüche und drastische Darstellungen, die typisch sind für die Künstler des Wiener Aktionismus, erklären diese Altersgrenze.


Info: Die Ausstellung „Rendezvous der Künstler“ findet statt von Samstag, 9. Juli, bis Mittwoch, 9. November, im Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46. Das Museum hat Dienstag, Mittwoch und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags von 10 bis 20 Uhr.
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