Projekt "Werkraum": Ein Hobbykeller für ganz Augsburg

In einer alten Industriehalle im Martini-Park wollen die Gründer und engagierten Helfer des Werkraums Augsburg im August eine offene Werkstatt eröffnen. (Von links): Yelizaveta Ivanchenko, Gunnar Selm, Niklas Völkening, Bianka Groenewolt, Julia Schadler und Sven ten Pas. Foto: oh

Im Zuge eines gemeinnützigen Projekts können sich Hobby-Handwerker in Augsburg künftig auf 500 Quadratmetern an der Werkbank austoben. Die Organisatoren sind noch auf der Suche nach Mitstreitern.



Keine Lust, allein im Hobbykeller vor sich hin zu basteln? Kein Platz, eigene Ideen zu verwirklichen? Keine geeigneten Werkzeuge dazu? Eine Gruppe junger Augsburger will das nun ändern. Bereits vor einem Jahr haben sie das gemeinnützige Projekt "Werkraum Augsburg" gegründet. Ihr Ziel: Eine offene Werkstatt zu schaffen, in der die Bürger nach Lust und Laune an eigenen Projekten arbeiten können. Der passende Raum ist inzwischen auch bereits gefunden: In einer ehemaligen Werkhalle im Martini-Park soll der "Werkraum" nun im August eröffnen. Neben den regulären Öffnungszeiten planen die Verantwortlichen derzeit ein umfangreiches Workshop-Programm.

Um die Renovierungsarbeiten und die ersten Fixkosten zu finanzieren, sind die Organisatoren nun bis Ende Mai auf der Suche nach weiteren Wegbereitern, die ihr Projekt unterstützen. Diese können dann für einen monatlichen Festbetrag die Räumlichkeiten, Werkzeuge und Maschinen nach Belieben nutzen.

Ins Leben gerufen hat das Projekt Bianka Groenewolt. In den vergangenen Jahren hat sie in München gelebt und war dort regelmäßig im "Haus der Eigenarbeit" - einer offenen Werkstatt, in der sie in ihrer Freizeit eigene Möbel baute. "Als ich dann mit meiner Familie nach Augsburg gezogen bin, habe ich hier nach einem ähnlichen Angebot gesucht. Und nichts gefunden", erzählt die Gründerin. So ergriff sie selbst die Initiative und suchte Mitstreiter, die sie mit der Idee einer offenen Werkstatt überzeugte. Fast ein Jahr ist seitdem vergangen, inzwischen ist aus der ersten Vision ein fixes Konzept geworden.

Nur einen Sprung vom Textilindustriemuseum entfernt können sich begeisterte Handwerker - und solche, die es werden wollen - künftig auf rund 500 Quadratmetern austoben, kreativ sein, eigene Ideen verwirklichen. Die Fläche wiederum wird unterteilt in einzelne Bereiche. Derzeit geplant sind Werkstätten für Holz, Metall, Elektro und Textil. Für die kleinen Handwerker wird es außerdem eine eigene Kinderwerkstatt geben. "Man soll sich hier entfalten können, Potentiale entdecken, über sich hinauswachsen, Hilfe bekommen und selbst helfen", fasst Bianka Groenewolt die Idee zusammen. Wer Fragen zur Umsetzung seines Vorhabens hat, für den gibt es Fachpersonal als Ansprechpartner. Gleichzeitig soll der "Werkraum" das Miteinander und den gegenseitigen Wissenaustausch fördern.

Besonders wichtig ist den Gründern außerdem, einen Raum für nachhaltiges Handeln und bewussten Konsum zu schaffen. Wer hier selbst an der Werkbank etwas zusammenschraubt, weiß wie viel Arbeit darin steckt. Die Besucher der offenen Werkstatt können daher auch Altes und Kaputtgegangenes im Repair-Café reparieren.

Im Sommer eröffnet der Werkraum Augsburg im Martini-Park nahe des Textilindustriemuseums. Weitere Informationen gibt es unter: www.werkraum-augsburg.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.