Protest gegen Krankenhausstruktur

Klinikum Augsburg demonstriert Mitarbeiter des Klinikums beteiligen sich an bundesweiter Protestaktion. Foto: Archiv

Mitarbeiter des Klinikums Augsburg beteiligen sich an einer bundesweiten Demonstration gegen das neue Krankenhausstrukturgesetz.

Irgendwo im Norden hält am kommenden Mittwoch irgendwer einen Zettel hoch, auf dem die Zahl Eins steht. Daneben ein zweiter mit der Zahl Zwei. Darunter steht kleingedruckt "162 000 brauchen dich". Einer Umfrage von Vertretern der Gewerkschaft Verdi zufolge fehlen an deutschen Krankenhäusern bundesweit rund 162 000 Krankenhausangestellte - Pfleger, Schwestern, Ärzte, technisches Personal, Versorgungsmitarbeiter, Küchenpersonal.

Die Kette lebendigen Protestes reicht vom Norden bis in den Süden, um auf die drängende Personalnot in deutschen Krankenhäusern aufmerksam zu machen. Am Klinikum Augsburg halten die Mitarbeiter die Zahlen 148 816 bis 149 066 über ihre Köpfe. Von der Zahl Eins bis zur Zahl 162 000 kommt jede Ziffer nur einmal vor. Vermutlich werden jedoch wesentlich mehr Menschen um Punkt 13 Uhr getreu dem Motto "Jetzt schlägt's 13" vor Krankenhäusern stehen.

Die ganze Aktion soll nur wenige, maximal zehn Minuten dauern. In der Versorgung der Patienten soll keine Lücke entstehen.

Auch Alexander Schmidtke, Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und Strategie, forderte die Mitarbeiter des Klinikum Augsburg dazu auf, sich dem Protest anzuschließen. Der wird übrigens als Arbeitszeit gewertet, kein Mitarbeiter des Klinikum Augsburg muss sich für diese Zeit ausstempeln.

Hintergrund des Protestes ist die Krankenhausreform 2016, die bei den Kliniken blankes Entsetzen ausgelöst hat. Der größte Kritikpunkt betrifft die weitere Einschränkung des Finanzierungsrahmens: So solle der sogenannte Mehrleistungsabschlag in Höhe von 25 Prozent pro Patient auf fünf Jahre verlängert werden, der Versorgungszuschlag falle ganz weg. Dagegen mache das Gesetz keinerlei Vorschläge zur Gegenfinanzierung der hochdefizitären ambulanten Notfallversorgung. Die Preis-Tarif-Schere gehe weiter auseinander, denn die Unterfinanzierung der Tarifsteigerungen bleibe bestehen. Damit fördere das neue Gesetz die Ausdünnung der Personaldecke an allen deutschen Krankenhäusern. Was völlig fehle, sei eine entsprechende Gegenfinanzierung der Personalkosten über die Erlöse, um die Häuser insgesamt suffizient betreiben zu können.
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