Prüfung bestanden: Konditor backt Augsburger Puppenkiste

Konditorprüfung Puppenkiste Der Augsburger Konditor Benjamin Martin präsentiert stolz die Schaustücke seiner Meisterprüfung. Foto: privat

Der frisch gebackene Konditor Benjamin Martin aus Augsburg hat bei seiner Meisterprüfung die Augsburger Puppenkiste nachgestellt. Für manche Torten nimmt er sich bis zu 40 Stunden Zeit.

Mit seiner Torte hat Benjamin Martin sogar bei seinen Prüfern Kindheitserinnerungen geweckt. Der Grund: Das Thema der Abschlussarbeit des Konditors war die Augsburger Puppenkiste.

Mit dem berühmten Puppentheater aus Zucker, Butter, Marzipan und Schokolade traf der 27-jährige Augsburger daher genau den Geschmack der Prüfer. Besondere Torten haben es dem Konditor ohnehin angetan. Ihm gefällt die Herausforderung, erzählt er. Zudem sei es interessant, welche Sonderwünsche die Kunden haben. Im Moment seien etwa die "Minions" und Hochzeitstorten mit echten Rosen sehr gefragt.

Für die Augsburger Puppenkiste als Thema seiner Meisterprüfung hat er sich entschieden, weil diese sowohl regional als auch überregional bekannt ist. Seine Prüfung sei trotz der hochsommerlichen Temperaturen von über 36 Grad im Prüfungsraum gut gelaufen, sagt er. Probleme habe er aber etwa mit der Schokolade gehabt, die während seiner Vorbereitungen beinahe geschmolzen wäre, auch der Zucker sei schnell klumpig geworden, erzählt er lachend.

Ursprünglich hatte Benjamin Martin geplant, Bäcker zu werden. Nach einem Praktikum in einer Bäckerei beziehungsweise Konditorei stellte er aber schnell fest, dass ihm die Vielfalt in einer Konditorei mehr liegt. Selbstverständlich nehme es aber mehr Zeit in Anspruch, eine Torte zu backen. Zeit, die der 27-Jährige gerne investiert. "Für eine größere Geburtstagstorte muss man schon drei bis vier Stunden einplanen", sagt er. Bei einem Tortenwettbewerb vor zwei Jahren hat er zum Beispiel einen orientalischen Basar gebacken, wofür er circa 40 Stunden brauchte. "Solche Torten sind aber fast unbezahlbar. Diese hätte zwischen 1500 und 2000 Euro gekostet." Die Leute seien "oftmals aber nicht einmal bereit, 350 Euro für eine Hochzeitstorte zu bezahlen", bedauert er. Besonders aufwendig seien Schaustücke mit Elementen, die aus Schokolade gegossen oder aus Zucker geblasen sind. Weniger Aufwand bedeuten hingegen Marzipanfiguren.

Im Moment seien echte Blumen, frische Früchte, Regionales, Veganes und Biowaren besonders gewünscht. Aber auch französische Gebäcke wie Macarons oder Cakepops liegen im Trend, sagt Benjamin Martin, der seit kurzem in einer Konditorei in Haunstetten arbeitet.

Als nächstes steht der Wettbewerb "Konditorei Unlimited" in Heidelberg an, für die Zukunft denkt er darüber nach, sich selbstständig zu machen.
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