Renovierung an der Kobelkirche

Die Kirche auf dem Kobel zeichnet sich gegenüber den Pfarrkirchen und den übrigen Kapellen durch eine Besonderheit aus: Der heutige Chor der Kirche ist eine maßstabsgetreue Nachbildung des Heiligen Hauses von Nazareth, das nach der Legende Engel von Palästina nach Loreto in Italien übertragen haben sollen - so schreibt Heimatpfleger Professor Dr. Walter Pötzl im Geschichtsbuch über Neusäß.


1602 errichtete Karl von Langenmantel die Kapelle, 1657 wurde ein Langhaus daran angebaut. Das Innere der Marienkirche besticht noch heute durch das Gnadenbild, zahlreiche Freskenreste, Sakralmalereien, Epitaphien und wertvolle Heiligenfiguren.

Seit diesem Frühjahr finden auf dem Kobelberg Sanierungsarbeiten statt. Im April sagte man dem Holzwurm den Kampf an und begaste das Gebäude. Dies war der Beginn einer Reihe von Restaurierungsarbeiten an der Marienkirche, an der es unter anderem auch Schäden am Dachstuhl und weitere Schäden an Altar, Beichtstuhl und den Kirchenbänken zu beheben gilt. Derzeit wird das Kirchendach gedeckt und nach dem Anstrich der Außenfassade geht es mit der Innenrenovierung weiter.

„Es war dringend nötig, die Kobelkirche zu sanieren“, erklärt der für die Wallfahrtskirche zuständige Pfarrer Peter Bainter. Insbesondere die Innenwände müssen neu geweißt werden. Sie waren im Laufe der Jahre schwarz geworden. Dazu mussten die Bilder und Heiligenfiguren Kirchenraum und Beichtkapelle verlassen. Dabei kam zutage, dass der Zahn der Zeit schwer an ihnen genagt hat, dass sie verstaubt und kaputt waren. Doch das Angebot eines Restaurators zeigte, dass die Reinigung und Aufarbeitung der Figuren und Bilder ordentlich zu Buche schlagen würde. Es war die Idee von Kirchenpflegerin Edith Jörg hier Patenschaften anzubieten, die sich der Wallfahrtskirche auf dem Kobel verbunden fühlen und für „ihren“ Heiligen eine Patenschaft übernehmen möchten.

Die Kirchenpflegerin kann sich über ein überwältigendes Echo freuen. Seit Ende Juli sind 45 Kunstgegenstände auf einer Pinnwand für jeden sichtbar aufgeführt. „Davon sind bereits 32 übernommen. Die Pieta, die Darstellung Marias als Schmerzensmutter mit dem Leichnam Jesu auf ihren Knien liegend, fand als erstes einen Paten. Die Heiligenfiguren sind bereits so gut wie weg, übrig sind vor allem noch Bilder“, so die Kirchenpflegerin.

„Den heiligen Antonius hätten wir mindestens zehnmal vergeben können, er hilft halt immer, wenn man etwas verloren hat“, erklärt Pfarrer Bainter. Bis Ende November soll die Renovierung der Kobelkirche fertig sein. „Ob der Termin allerdings eingehalten werden kann, wissen wir noch nicht“, hat Pfarrer Bainter noch etwas Bedenken. Zu einer offiziellen Einweihung möchte er gerne den Bischof einladen. Hierzu steht aber noch kein Termin. „Irgendwann im nächsten Jahr, vielleicht zum Frauendreißiger“, könnte sich der Westheimer Seelsorger vorstellen.

Pfarrer Bainter und Kirchenpflegerin Jörg danken allen Spendern, die der Von-Langenmarkschen Kobelkapellenstiftung sehr geholfen haben. „Diese bereitwillige Unterstützung hat uns sehr berührt“.

Wer noch Pate eines Kunstwerks werden möchte, der kann sich an der Pinnwand in der Kobelkirche informieren oder sich an das Pfarramt St. Nikolaus von der Flüe in Westheim unter Telefon 0821/48 69 20 wenden.
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