Riesiger Tauchsieder: „Power-to-Heat“-Anlage geht in Betrieb

Wie ein überdimensionaler Tauchsieder erzeugt die Power-to-Heat-Anlage der Stadtwerke Augsburg (im Hintergrund) aus überschüssigem Strom heißes Wasser für die Fernwärme. Im Bild swa-Geschäftsführer Walter Casazza. (Foto: swa / Thomas Hosemann)

Mit einem überdimensionalen Tauchsieder können die Stadtwerke Augsburg (swa) ab sofort das Stromnetz entlasten und überschüssigen Strom für die Fernwärme sinnvoll nutzen. „Power-to-heat“ (Strom zu Wärme) heißt die Anlage, die die swa jetzt offiziell in Betrieb genommen haben.

Mit der Energiewende wird regenerative Energieerzeugung gefördert. Vor allem die Stromanteile aus Photovoltaik und Windkraft haben deutlich zugenommen. So wird heute doppelt so viel Strom aus Windkraft erzeugt wie vor zehn Jahren, beim Sonnenstrom sind es sogar 60 Mal so viel. Das führt zu erheblichen Schwankungen im Stromnetz.

So entsteht mit dem Einspeisevorrang für erneuerbare Energie eine skurrile Situation: Weht der Wind und scheint die Sonne, dann ist mehr Strom vorhanden, als gebraucht wird und im Netz transportiert werden kann. Dann suchen die Netzbetreiber händeringend nach Verbrauchern, die schnell Leistung aus dem Netz nehmen. Und dann gibt es sogar Geld dafür, dass Strom auf Abruf verbraucht wird.
„Die swa verstehen sich als Manager der Energiewende vor Ort und wollen Lösungen für diese Probleme anbieten“, so Stadtwerke-Chef Walter Casazza. „Deshalb ist es unser Ziel, diesen überschüssigen Strom nicht nur zu verbrauchen, sondern sinnvoll einzusetzen.“ Mit der Power-to-Heat-Anlage auf dem Gelände des Gasturbinen-Heizkraftwerks in Lechhausen werde dies erreicht.

Die Anlage ist quasi ein überdimensionaler Tauchsieder. Je nach Bedarf wird das heiße Wasser entweder direkt in das Fernwärmenetz der swa eingespeist oder für einen späteren Verbrauch im Wärmespeicher auf dem Gelände des Kraftwerks zwischengelagert. Die Anlage hat eine Leistung von zehn Megawatt (MW).

„Schon die Bereitstellung der Anlage, mit der Möglichkeit auf Anforderung der Netzbetreiber Leistung aus dem Netz nehmen zu können, wird finanziell honoriert, egal ob Strom verbraucht wird oder nicht“, erklärt Casazza. Rund 1,5 Millionen Euro hat die Anlage gekostet. In vier bis fünf Jahren soll sie refinanziert sein.
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