Risikolebensversicherung: große Preisunterschiede trotz vergleichbarer Leistung?

Wer seine Familie im Todesfall finanziell absichern möchte, schließt eine Risikolebensversicherung ab. Doch die Angebote der Versicherer zeichnen sich durch große Preisunterschiede aus. Ist teurer gleich besser?

Bis zu 578 Euro können Versicherungsnehmer bei der Risikolebensversicherung sparen, wenn sie statt eines teuren Versicherers einen günstigen Anbieter wählen. Der enorme Preisunterschied auf dem Markt reicht von Policen für 176 Euro im Jahr bis zu Versicherungen, die im gleichen Zeitraum satte 754 Euro berechnen. Zu diesem Ergebnis kam die Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest. Umso überraschender das Testurteil: Das Leistungsspektrum zwischen Normaltarifen und Premiumangeboten unterscheidet sich nur marginal. Verbraucher können den Testern zufolge ohne weiteres zum günstigsten Angebot greifen. Um Vergleichbarkeit zu schaffen, gingen diese beim Vertragsvergleich von einem 35-jährigen Nichtraucher aus, der seine Hinterbliebenen mit einer Versicherungssumme von 250.000 Euro absichern möchte und eine Laufzeit von 25 Jahren wählt.

Sinnvoll sind Risikolebensversicherungen aufgrund der verhältnismäßig günstigen Jahresbeiträge vor allem für junge Familien, bei denen ein Partner als Hauptverdiener auftritt. Fällt dieses Gehalt aufgrund eines Todesfalls aus, ist die Familie durch die Police finanziell abgesichert. Auch unverheiratete Paare profitieren von diesem Versicherungsmodell, da sie im Gegensatz zu Ehepaaren keinen gesetzlichen Anspruch auf die Witwer- und Witwenrente haben. Eine Familie ist jedoch keine Voraussetzung für die Risikolebensversicherung. Auch Unternehmer können ihre Geschäftspartner in einer gemeinsamen Firma mit der Police absichern.

Die Höhe des jährlichen Versicherungsbeitrags wird bei jedem Anbieter individuell für den Versicherten berechnet. Bei Direktversicherern wie CosmosDirekt ist eine Kalkulation mit dem Risikolebensversicherungs-Rechner auch unmittelbar online möglich. Dabei fließen neben der Höhe der Versicherungssumme und der gewünschten Laufzeit verschiedene Risikomerkmale in die Kalkulation ein. Zu den beitragsrelevanten Faktoren gehören beispielsweise das Eintrittsalter und die Berufsgruppe. Hier gilt: Je älter der Versicherte, desto höher der Beitrag. Birgt der Beruf ein hohes Risiko, wie etwa bei Dachdeckern oder Bauarbeitern, steigt der Beitrag ebenfalls. Auch Lebensstil und eventuelle Vorerkrankungen fließen in die Berechnung ein. Teuer kommt beispielsweise Raucher ihr Laster zu stehen. Wie hoch diese Zuschläge ausfallen, ist von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Auch risikobehaftete Hobbys wie Motorradfahren oder Segeln müssen wahrheitsgemäß angegeben werden. Unterschlagen Versicherte diese Informationen, steht unter Umständen der gesamte Versicherungsschutz auf dem Spiel.

Günstig sind Risikolebensversicherungen zudem, weil sie bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden können. Verbraucher, die sich für eine entsprechende Police entscheiden, können die geleisteten Beiträge als Sonderausgaben in der Anlage "Vorsorgeaufwand" anrechnen lassen.




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