Rotes Kreuz international: Von Abenteuer und Nächstenliebe

Aus diesem Fluss wurde das Wasser gepumpt und aufbereitet, um so sauberes Trinkwasser für ein Flüchtlingscamp zu produzieren. Foto: Peter Hoffmann

Der Tsunami in Thailand, der Hurrikan in Haiti oder Flüchtlinge aus Afrika: Das Rote Kreuz ist international in der Not- und Katastrophenhilfe aktiv. Bei einigen dieser Einsätze unterstützt das Rote Kreuz aus Augsburg.


Hier im Kreisverband Augsburg-Land in der Gabelsbergerstraße in Göggingen sitzt das Kompetenzzentrum für die Internationale Arbeit des Bayerischen Roten Kreuzes.
Wie die Koordination der Einsätze abläuft und welche Herausforderungen die Helfer vor Ort meistern, berichtete Günther Geiger, Leiter des Kompetenzzentrums, bei einem Vortrag im BRK-Stadtteilzentrum in Haunstetten:
„Innerhalb von 72 Stunden können wir eine Zeltstadt aufbauen, um 5000 Menschen zu versorgen und sicher unterzubringen“, beschreibt er die Projektarbeit. „Durch das weltweite Netzwerk des Roten Kreuzes und der Schwesternorganisation Roter Halbmond können wir in fast jedem Land der Welt im Notfall sofort tätig werden.“

Trotz extremer Bedingungen wird kräftig angepackt

Wie das in der Praxis aussieht, berichtete der Augsburger Trinkwasserexperte Peter Hoffmann. Als Auslandsdelegierter des Roten Kreuzes war er zuletzt in diesem Frühjahr für vier Wochen in Uganda, an der Grenze zum Südsudan. Das Ziel: Sauberes Trinkwasser und eine Grundhygiene für das dortige Flüchtlingscamp schaffen, in dem rund 100.000 Menschen Zuflucht gefunden haben.

„Die Bedingungen waren extrem“, sagt Hoffmann.
42 Grad im Schatten, jede Menge Moskitos, giftige Schlangen und ein staubiges Gelände im afrikanischen Busch, auf dem die lebensspendende Anlage installiert werden sollte. „Wir haben kräftig angepackt, Tanks installiert, Fahrzeuge für den Transport desinfiziert und keimfrei gemacht und die Bevölkerung in Grundhygiene geschult.“
Nach 2,5 Wochen produzierte das Rotkreuz-Team das erste Mal keimfreies Trinkwasser. Zwischen fünf bis sieben Liter Trinkwasser braucht ein Mensch in solch einer Hitze zum Überleben.

Peter Hoffmann ist wieder zurück in Augsburg. Seine Anlage steht in Uganda und wird dort auch bleiben. Sie produziert nun rund 500.000 Liter Trinkwasser am Tag.
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