Rundumleuchten bei Traktoren: Das sind die Vorschriften

Die Vorschriften für Rundumleuchten bei Traktoren


Sie fahren einen Traktor? Wann dürfen seine Rundumleuchten eingeschaltet werden? Bedürfen diese eigentlich einer Genehmigung? Vielleicht möchte man sie auch dauerhaft am Traktor montieren, gibt es dabei rechtliche Vorschriften zu beachten? Wie Sie sehen, gibt es viele Fragen bezüglich des Betriebs der Rundumleuchten bei Traktoren. Hier finden Sie Antworten.

Heutzutage befindet sich an (fast) jedem Schlepper zumindest eine Rundumleuchte in Gelber Farbe. Dies trifft auch auf Mähdrescher, Häcksler und andere selbstfahrende Arbeitsmaschinen zu. Derartige Beleuchtungsmittel bzw. Blinkleuchten sind zudem an Oldtimertraktoren angebracht.

Doch gibt es Bestimmungen, die bei der Anbringung derartiger Beleuchtungsmittel eingehalten werden müssen? Gibt es bestimmte technische Voraussetzungen, die vorliegen müssen? Martin Vaupel von der LWK Niedersachsen kennt die Regeln genau und gibt hierüber Auskunft.

1. Wann dürfen Sie die gelbe Rundumleuchte verwenden?

Gemäß § 52 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) sind nur solche Fahrzeuge zum Betrieb dieser gelben Rundumleuchten berechtigt, die eine ungewöhnlicher Breite und Länge oder auch mit ungewöhnlich breiter oder langer Ladung vorweisen.

Im Klartext bedeutet dies, dass eine Rundumleuchte nicht verwendet werden darf, wenn die gesetzlichen Vorgaben bezüglich landwirtschaftlicher Fahrzeuge eingehalten werden. Betrachtet man diese Regelung sehr streng, wird deutlich, dass beispielsweise ein Schlepper, der einen Grubber mit sich führt, welcher unterhalb einer Breite von drei Metern liegt, weder eine Rundumleuchte in Betrieb genommen, noch überhaupt eine angebaut sein. Aus diesem Umstand ergibt sich bereits, dass eine abnehmbare Rundumleuchte sinnvoll sein kann.

2. Wird eine Genehmigung zur Verwendung einer Rundumleuchte benötigt?

Generell: Ja. Sobald die gesetzlichen Maße in Bezug auf die Länge und/oder Breite eines Fahrzeugs nebst Fracht überschritten werden, so benötigt man zum Befahren der öffentlichen Stra0en eine Ausnahmegenehmigung.

Zuständig für die Erteilung einer solchen Ausnahmegenehmigung ist die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Diese Behörde erteilt die Genehmigung zumeist ausschließlich mit dem Zusatz des Anbringens und der Verwendung der gelben Rundumleuchte. Ausschließlich bei Erteilung einer solchen Genehmigung mit der entsprechenden Auflage darf die gelbe Rundumleuchte auch zum Einsatz kommen.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Mähdrescher, der die Breite von drei Metern übersteigt, muss sowohl vorne und als auch hinten mit einer gelben Rundumleuchte ausgestattet werden.

3. Gibt es eine Vorschrift zu Verwendung einer bestimmten Art der gelben Rundumleuchte?

Generell: Ja. Die zu verwendende Rundumleuchte wird in § 22a Absatz 1 der StVZO näher bezeichnet. Danach muss sie in einer amtlich genehmigten Bauart ausgeführt sein. Hierunter sind auch die Leuchten zu verstehen, die der europäischen Richtlinie ECE-R65 entsprechen. Sie erkennen die Leuchten, die verwendet werden dürfen, an dem Prüfzeichen E1. Die entsprechend gekennzeichneten Leuchten dürfen im öffentlichen Straßenverkehr verwendet werden.

4. Sie möchten eine Rundumleuchte dauerhaft an Ihrem Schlepper anbringen? Gibt es dabei Vorschriften zu beachten?

Hierbei ist zu beachten, dass die feste Anbringung einer Rundumleuchte dann einer Ausnahmegenehmigung nach § 70 StVZO benötigt, wenn sie auch bei einer Fahrt ohne Überschreitung der gesetzlichen Maße am Fahrzeug verbleiben soll. Die Straßenverkehrsbehörde stellt eine solche Genehmigung aus.

Hinzu kommt, dass sich durch das Anbringen einer festen Rundumleuchte auch die Höhe des jeweiligen Fahrzeugs ändert. Dies hat zur Folge, dass gemäß § 13 der Fahrzeug-Zulassungs-Ordnung (FZV) eine Mitteilungspflicht über die erhöhten Fahrzeugabmessungen besteht. Nach erfolgter Mitteilung wird die zuständige Behörde die neue Fahrzeughöhe in der Zulassungsbescheinigung Teil I (dem Fahrzeugschein) vermerken.

5. Gibt es weitere Anwendungsbereiche für die Rundumleuchte?

Die gelbe Rundumleuchte ist gemäß § 38 Absatz 3 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) – neben den oben erwähnten Anwendungsbereichen - nur noch dann zulässig, um eine Warnfunktion bezüglich Arbeits- oder Unfallstellen oder vor ungewöhnlich langsam fahrenden Fahrzeugen zu übernehmen. Sie sollten sich beim Einsatz einer Rundumleuchte genau überlegen, wann Sie diese einschalten dürfen.

Selbstverständlich scheint der Einsatz zur Sicherung vor einer Gefahrenquelle durchaus sinnvoll oder auch bei einem langsamen Abbiegevorgang auf einen Feldweg kann dies eine sinnvolle Unterstützung der Verkehrssicherheit sein. Allerdings sollte es nicht zu einem Missbrauch der Rundumleuchte kommen.

6. Welches sind die Rechtsfolgen beim Gebrauch der Rundumleuchte ohne eine entsprechende Genehmigung?

Gebraucht man die gelbe Rundumleuchte, ohne eine entsprechende Genehmigung hierfür vorweisen zu können, begeht man eine Ordnungswidrigkeit. Die Polizei ist bei dem Erfüllen dieses Tatbestands in der Lage, ein Bußgeld zu verhängen. Die Realität zeigt jedoch, dass es sehr selten zu einer Verhängung eines solchen Bußgeldes kommt.
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