Saisonüblicher Aufschwung kommt nicht allen zugute

Wie Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, bekannt gab, ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat deutlich zurückgegangen. Während viele Arbeitnehmer in Augsburg vom Frühjahrsaufschwung profitieren, werden zeitgleich mehr als 220 ehemalige Mitarbeiter des Verlagsunternehmens Weltbild arbeitslos. Foto: Annette Liebmann (Archiv)

Wie Reinhold Demel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, bekannt gab, ist die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat deutlich zurückgegangen. Während viele Arbeitnehmer in Augsburg vom Frühjahrsaufschwung profitieren, werden zeitgleich mehr als 220 ehemalige Mitarbeiter des Verlagsunternehmens Weltbild arbeitslos.

"Der Frühling auf dem Arbeitsmarkt ist da", kommentiert Demel die aktuelle Situation. 408 Arbeitslose weniger als noch im Februar konnte die Agentur für Arbeit registrieren. Damit sank die Gesamtzahl der Arbeitslosen auf 16 833 Personen. Die Zahl der gemeldeten Stellen dagegen stieg im Vergleich zum Vormonat um 39,2 Prozent auf insgesamt 1740. "Das ist eine gute Entwicklung", so Demel.

Gleichzeitig endet für insgesamt 511 ehemalige Weltbild-Mitarbeiter nun die Transfermaßnahme. Zwölf Monate lang bekamen sie nach ihrem Ausscheiden weiterhin 85 Prozent ihrer Bezüge und wurden bei der Jobsuche unterstützt. Trotzdem haben 223 von ihnen noch immer keine neue Stelle gefunden und gelten seit April als arbeitslos.

Doch warum ist die Arbeitssuche für sie trotz der guten Bedingungen auf dem Markt so schwierig? "Die Leute verkraften es oft nur schwer, dass ihre Einkommenserwartung, die sie nach vielen Jahren bei Weltbild haben, auf dem Arbeitsmarkt nicht erfüllt wird. Ich kann es ihnen nicht verdenken, dass sie wieder ein ähnliches Einkommen suchen. Doch leider müssen die meisten Abstriche in Kauf nehmen", meint Reinhold Demel. Der Transferlohn gebe zwar anfangs eine gewisse Sicherheit, allerdings sei diese auf Dauer trügerisch. Je mehr Zeit vergehe, umso schwieriger werde es, wieder, in die Arbeitswelt zurück zu finden. "Viele ändern schließlich ihre innere Haltung und sind bereit, auch eine Beschäftigung mit geringerer Bezahlung anzunehmen, doch dann sind oft schon sechs oder sieben Monate vergangen", erklärt Demel.

Darüber hinaus suchen viele ehemalige Mitarbeiter von Weltbild Stellen im Bereich Handel und Vertrieb. Hier liegt nach Demel ein weiterer Grund für die Schwierigkeiten: "Die Struktur ist in der Region nicht so gut. Es gibt in diesem Bereich keinen gut aufnehmbaren Markt." Mit 12,5 Prozent kommen die meisten Stellenmeldungen aus der Lagerwirtschaft.

Vermutet wird außerdem - wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand - dass das Münchner Unternehmen Gedis nicht die richtige Transfergesellschaft für Weltbild gewesen sei, da sie nicht über genügend Kontakte in der Region verfüge. Den 223 Betroffenen nützt diese Erkenntnis freilich nichts. Sie müssen nun selbst sehen, wie es weitergeht.
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