Schindlers Künste

Den Vizetitel sicherte sich Julian Schindler (Zweiter von rechts) beim 45. Jugendwettbewerb "jugend creativ". Den Preis bekam er in Berlin überreicht. Foto: pm/Adam Berry Foto:

Titel und Vizetitel heimste der junge Augsburger Maler Julian Schindler beim europaweiten "jugend creative"-Wettbewerb binnen zwei Jahren ein. Ein Künstlertreffen.

Augsburg. "Ich male, seit ich einen Stift halten kann und seitdem fast täglich", erzählt Julian Schindler in einem Café am Rathausplatz in Augsburg, was ihm kürzlich geglückt ist. Mit seinem Bild "Move" erzielte er den zweiten Platz im internationalen "jugend creative"-Wettbewerb.

Von den insgesamt 900.000 Einsendungen aus ganz Europa war der junge Augsburger Künstler der beste Deutschlands. Schon im vergangenen Jahr nahm Schindler am Wettbewerb in der Altersklasse der 15- bis 20-Jährigen teil und gewann. Sein Siegerbild wurde vergangenes Jahr im Nationalmuseum der Schweiz für zwei Wochen ausgestellt. Sein Werk "Move" war nun im Kaisersaal in Berlin zwei Wochen lang zu bewundern.

Seine große Leidenschaft, Malen und Modellieren, brachte ihm aber nicht nur diese Preise. Der 20-Jährige nahm schon an zahlreichen Wettbewerben teilt - mit Erfolg. Derzeit ist ein Bild von ihm für den Bobinger Kunstpreis nominiert und ist dort auch ausgestellt.

Ziel des Burschen, der runde Holzplatten in den Ohrläppchen trägt, ist ein Studium für Bildende Kunst, um danach als freier Künstler zu arbeiten und zwar hauptberuflich. "Nur zwei Prozent der Absolventen eines fünfjährigen Studiums für Bildende Kunst können auch davon leben", sagt er. Derzeit hat sich der Abiturient für ein Game-Design-Studium in Berlin beworben, weil seine erste Bewerbung für das Kunststudium abgelehnt wurde, was normal sei, wie er erfahren hat.

"Ich möchte Game-Design studieren und mich anschließend nochmal für das Studium für Bildende Kunst bewerben", kündigt er an, "mich zieht es auch auf jeden Fall raus aus Augsburg. Ich habe aber keine genauen Pläne, in welche Stadt ich ziehen möchte, aber ich werde auf Grund meines Studiums ohnehin erstmal eine Zeit lang in Berlin wohnen."

Die Inspiration findet der Künstler in seiner Umwelt, er sammelt Ideen, fertigt viele Skizzen an, um schließlich eine klare Vorstellung zu bekommen, was er, am liebsten mit Acryl oder Öl zeichnen soll. "Künstler reflektieren zeitgemäß ihre Umwelt", merkt der 20-Jährige an.

Auch durch die Förderung seiner Eltern, dank derer Schindler an mehreren Kursen teilgenommen hat, habe ihm sehr geholfen, seinen Traum zu verwirklichen. "Die Kunst ist Übungssache. Wenn man etwas erreichen will, muss man viel dafür machen. Man braucht viel Selbstvertrauen und man muss an sein Können glauben, auch wenn es mal Rückschläge gibt, muss man weitermachen. Der Gestaltungszweig auf der Fachoberschule war für mich ein guter Einstieg", motiviert Julian Schindler andere aufstrebende Künstler. Mittlerweile fertigt er ungefähr drei Bilder jeden Monat an und dafür arbeitet er täglich an ihnen.

Als nächstes möchte der Abiturient beim Deutschen Kunstpreis mitmachen - und ähnlichen Erfolg haben.
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