Schlägt der neue BMW X1 den Audi Q3?

BMW schickt seinen kleinen SUV mit neuer Frontantriebsplattform ins Duell gegen den Lieblingsrivalen.

Das Ende der SUV-Welle? Noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil, langsam aber sicher branden nun die Folgegenerationen heran. Etwa der BMW X1. Anders als sein Vorgänger steht er auf der Frontantriebsplattform des Konzerns. Unser Testwagen 25i (Sport Line für 44 650 Euro) besitzt allerdings Allradantrieb und legt sich gleich mit seinem Lieblingsgegner, dem Audi Q3 2.0 TFSI Quattro für 41 100 Euro, an. Beim Platzangebot vorn schenken sich beide wenig, hinten bietet der X1 jetzt deutlich mehr. Klar, der Motor, ist ja nun wie beim Audi quer montiert. Beide Zweiliter-Vierzylinder drücken dank Turboaufladung schon früh ihr Drehmoment von jeweils 350 Newtonmetern, allerdings wirkt der 25i des BMW mit seiner famosen Achtgangautomatik motivierter und kultivierter.

Der 2.0 TFSI mit Doppelkupplungsgetriebe erscheint reizloser, vibriert einen Tick stärker, wuppt den Q3 dennoch in 6,5 Sekunden auf 100 km/h, also 0,2 Sekunden schneller als der X1. Der zieht erst später vorbei, gönnt sich aber einen Tick mehr Sprit. Im Schnitt: Audi 9,1 L/100 km, BMW 9,4. Beim Bremsen kontert der BMW und steht etwas früher als der Q3. Und beim Fahren? Wird der BMW buchstäblich zum Härtefall, denn im Testwagen steckt ein M-Sportfahrwerk ohne Verstelldämpfer. Konsequent straff gibt es kurze wie lange Unebenheiten an die Passagiere weiter, was in Verbindung mit der direkten, sehr gefühlsechten Lenkung zwar für sportliche Gefühle sorgt, im Alltag aber ganz schön nerven kann. Der 1,6-Tonner kommt eigentlich nie zur Ruhe.

Im Gegensatz zum Audi, der die Vorteile seiner optionalen Adaptivdämpfer konsequent ausnutzt und Querfugen oder lange Wellen sauber absorbiert. Auch wenn der diebische Handling-Spaß wegen der etwas distanzierteren Lenkung ausbleibt: Im Fahrdynamiktest auf abgesperrter Strecke sind beide praktisch gleich schnell. Doch der Testsieg geht – auch aufgrund des umfangreicheren Assistenzangebots – an den BMW. Man muss ihn ja nicht unbedingt mit M-Paket ordern.
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