Schlechtes Wetter sorgt für wenig Besucher auf dem Augsburger Osterplärrer - eine Bilanz

Bewölkter Himmel, kalte Temperaturen und Regen waren heuer ständige Begleiter des Osterplärrers. (Foto: Amin El Souriti)

Der Augsburger Osterplärrer ging, wie so oft, in die Verlängerung, aber das Wetter wollte einfach nicht mitspielen. Eine Diskussion über den Zeitpunkt des Plärrers scheint nun nicht mehr abwegig zu sein.

Dauerregen im April hat dem Plärrer deutlich weniger Besucher beschert als in den Vorjahren. Die angepeilte Marke von 500 000 Gästen wurde nach Schätzungen der Stadt nicht erreicht. Für diejenigen, die kamen, war allerdings einiges geboten, "denn die Auswahl an attraktiven Fahrmöglichkeiten war so vielfältig wie schon lange nicht mehr", betont die Stadt Augsburg.

Schlechtes Wetter ständiger Begleiter des diesjährigen Plärrers

Seit der Eröffnung am Ostersonntag war es aber "einfach zu kalt und regnerisch. Wer mag schon bei Dauerregen, niedrigen Temperaturen und teilweise bei Schneegestöber in ein offenes Fahrgeschäft einsteigen?", erklärt das Ordnungsreferat der Stadt die ausbleibenden Besucher.

Die Schausteller baten die Stadt Augsburg daher um eine Verlängerung. Diese wurde rasch bewilligt - doch allem guten Willen zum Trotz: "Das schlechte Wetter ist mit uns in Verlängerung gegangen", sagt Josef Diebold vom Schwäbischen Schaustellerverband.

Dankbar sind die Schausteller dennoch, immerhin hatten sie "zwei Tage Glück mit gutem Wetter" und "aufgebaut war ja schon alles." Die Stadt bezeichnet den sonnige Samstag am letzten Wochenende des Osterplärrers 2017 gar als "warmen Regen" für die Kassen und damit für die Herzen der Schausteller", resümiert das Ordnungsreferat.

Polizei ist zufrieden mit Ablauf des Festes

Allein die Polizei sieht einen positiven Aspekt des miesen Wetters: Die Anzahl der Straftaten blieb niedrig, es gab keine Raubdelikte, und nur halb so viele Beleidigungen (drei) und Widerstand gegen Polizeimaßnahmen (zwei) wie im Vorjahr.

Auch mussten die Beamten weniger Platzverweise aussprechen, beispielsweise gegen Jugendliche, die sich nach 20 Uhr ohne Erziehungsberechtigte auf dem Gelände aufhielten. Nur bei den Körperverletzungen gab es einen Fall mehr als 2016 - doch auch diese Statistik bleibt mit 21 Delikten "konstant niedrig."

Plärrer- und Sicherheitskonzept sind erfolgreich

Insgesamt sei der Plärrer aus polizeilicher Sicht "durchwegs friedlich und vor allem auch sicher" gewesen. Zum Sicherheitskonzept gehörten neben Betonblöcken am Eingang auch Taschenkontrollen. Diese "fanden auch bei den Besuchern selbst Zuspruch", schreibt die Augsburger Polizei. Auch die "dauerhafte einspurige Fahrbahnverengung entlang des Festplatzgeländes an der Langenmantelstraße stadteinwärts hat sich bewährt", resümiert die Stadt.

Weniger Straftaten wegen weniger Besucher wegen schlechten Wetters - so lässt sich also der Osterplärrer 2017 zusammenfassen. Am Konzept selbst will die Stadt nicht rütteln, schlägt aber vor: "Eine Diskussion über die Veranstaltungstage oder den Beginn künftiger Osterplärrer sollte im Volksfestbeirat im Hinblick auf die unbeständige Wetterlage durchaus einmal geführt werden." Diebold möchte keineswegs, dass eine Verlängerung Usus wird, sondern eine Ausnahme bleibt und fügt abschließend hinzu: "Augsburg ist ein tolles Publikum."
(Von Tabea Breidenbach)
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