Schwäbische Konjunktur weiter auf gutem Niveau

Kopton: „Die schwäbische Konjunktur befindet sich weiterhin auf einem guten Niveau, dennoch befürchten die Unternehmen Unwägbarkeiten in der Zukunft“

Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist gut. Die aktuelle Situation auf den Weltmärkten lässt die Prognosen für die nächsten Monate jedoch verhalten ausfallen.

Die konjunkturelle Großwetterlage zeigt sich durchaus positiv. So das Ergebnis der Herbstkonjunkturumfrage der IHK Schwaben. Die Inlandsnachfrage und der private Konsum haben sich in den letzten sechs Monaten gut entwickelt. In der Außenwirtschaft kam es zu gewissen Umstrukturierungen. „Noch immer ist das Geschäft mit Russland so gut wie zum Erliegen gekommen und auch auf dem chinesischen Markt gab es einige Turbulenzen. Dank einer guten Auftragsentwicklung mit Nordamerika und Europa hat sich das Gesamtvolumen des Außenhandels aber kaum verändert“, so Dr. Andreas Kopton, Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben. Inwieweit die Auslandsmärkte auch in Zukunft als Konjunkturmotor fungieren können, darin sind sich die Unternehmen unsicher. Bei den kurzfristigen Prognosen zu Umsatz und Geschäftslage hoffen die Unternehmen auf Stabilität. Unsicherheit zeigt die regionale Wirtschaft beim langfristigen Indikator „Investitionen“.

Ein Blick in die Branchen:


Industrie: Gute Auftragslage

Die Situation in der Industrie ist erfreulich. 52 Prozent beurteilen die aktuelle Geschäftslage mit gut, negative Stimmen gab es nur vereinzelt. Das Auftragsvolumen hat sich in Vergleich zu den vergangenen Umfragen noch etwas gesteigert, insbesondere die Inlandsnachfrage hat angezogen. Beim Außenhandel konnten länderspezifische Auftragsrückgänge durch Aufträge aus Nordamerika und Europa ausgeglichen werden. Weitere Umsatzsteigerungen sind für die nächsten Monate erst mal nicht zu erwarten. Die Investitionsneigung zeigt sich weiterhin verhalten.

Unternehmensbezogene Dienstleistungen: Optimistische Umsatzerwartungen

Die Umsatzentwicklung im Dienstleistungsbereich ist in den letzten Monaten wieder etwas zurückgegangen und befindet sich in etwa auf dem immer noch guten Vorjahresniveau. Die allgemeine Stimmung ist jedoch positiv, möglicherweise beeinflusst von den optimistischen Umsatzerwartungen. Deutlich mehr Unternehmen als bei den vorangegangenen Umfragen rechnen mit steigenden Umsätzen für die nächsten Monate. Beim Blick auf die Investitionspläne werden jedoch Unsicherheiten deutlich.

Baugewerbe: Baugewerbe gut ausgelastet

Das Volumen der Bauaufträge hat sich erneut positiv entwickelt. Gründe dafür liegen auch bei der anhaltend regen Bautätigkeit im Wohnungsbau und einer gleichbleibend guten Entwicklung beim Wirtschaftsbau. Die Prognosen für die nächsten Monate sehen eine minimale Abschwächung der guten Auftragslage. Bei den Investitionsplänen zeigen sich die Unternehmen zurückhaltend. Fast jedes vierte Unternehmen möchte keine oder weniger Investitionen tätigen.

Transportgewerbe: Gedämpfte Stimmung

Die Stimmung im Verkehrsgewerbe hat sich etwas eingetrübt, nur noch ein Viertel beurteilen die aktuelle Geschäftslage mit gut. Grund ist auch die teils rückläufige Umsatzentwicklung einiger Unternehmen. Die Kapazitäten der Unternehmen sind jedoch noch überwiegend voll bis befriedigend ausgelastet. Für die nächsten Monate rechnen 70 Prozent mit einer gleichbleibenden Geschäftslage und auch im Bereich der Umsatzentwicklung wird keine große Veränderung erwartet. Das spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen wieder.

Großhandel: Inlandsumsätze sorgen für gute Stimmung

Der schwäbische Großhandel zeigt sich bei der aktuellen Umfrage sehr zufrieden. Ursache ist vor allem der im Vergleich zu den vorherigen Umfragen wieder gestiegene Inlandsumsatz, aber auch der Auslandsumsatz konnte sich verbessern. Bei der Frage nach der zukünftigen Entwicklung sind die Großhändler verhalten optimistisch. Etwa ein Drittel rechnet mit steigenden Umsätzen im Inland, kaum weniger auch im Ausland. Dennoch gibt es zur erwarteten Geschäftslage auch einige negative Einschätzungen sowie eine Unsicherheit, die sich auch in den Investitionsplänen widerspiegelt.

Einzelhandel: Skepsis trotz guter Umsätze

Die Umsätze haben sich auch im Einzelhandel gerade im Inland gut entwickelt. 39 Prozent sprechen von einem gestiegenen Inlandsumsatz im Frühjahr waren es nur 25 Prozent. Die Umsatzentwicklung im Onlinehandel ist um einiges positiver als stationär. Der Blick in die Zukunft ist eher verhalten. Zwar rechnen 28 Prozent mit steigenden Inlandsumsätzen aber auch die Zahl der pessimistischen Einschätzungen hat sich im Vergleich zu den Vorumfragen erhöht.

Von pm
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