Schwäbische Unternehmen: Verunsichert, aber zuversichtlich

Die schwäbischen Unternehmen sind laut Umfrage der IHK Schwaben zwar politisch verunsichert, blicken aber dennoch optimistisch in die Zukunft. Foto: Archiv

Zur Jahreswende hat sich ein leichter Aufwärtstrend in der bayerisch-schwäbischen Wirtschaft durchgesetzt. In einem durchaus schwierigen Umfeld ist es den Unternehmen gelungen, den leicht positiven Trend beim Auftragseingang im Inland wie auch im Ausland fortzusetzen.


Immerhin verweist fast jedes zweite Unternehmen auf eine ausgesprochen gute Situation, während lediglich ein Zehntel der rund 500 befragten Unternehmen sich kritisch äußert. "Der leicht positive Trend aus dem letzten Herbst hat sich also weiter fortgesetzt", so der Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben, Andreas Kopton. "Rund ein Drittel der schwäbischen Industrieunternehmen verzeichnet Wachstumsimpulse bei den Auslandsaufträgen. Neben den Einbrüchen in der Nachfrage aus den osteuropäischen Ländern, ergibt sich ein ausgeprägt positiver Trend beim Absatz in Nordamerika und abgeschwächt im asiatischen Raum", erklärte Kopton weiter.

Mit gewisser Sorge blicken die schwäbischen Unternehmen auf die Entwicklung auf der Ertragsseite. Hier trüben zunehmende Kosten, insbesondere beim Personal, die Einschätzung im Hinblick auf die Ertragschancen bei kaum vorhandenen Preiserhöhungsspielräumen. Dennoch sind die Unternehmen optimistisch, obwohl die Verunsicherung im Hinblick auf das politische Umfeld wächst. Dazu kommt eine noch nicht erkennbare Deeskalation des Konfliktes in Osteuropa, die diese Beunruhigung nach Auffassung der IHK-Präsidenten weiter verstärkt.

Einen Beleg findet die positive Sicht der schwäbischen Unternehmer auf die kommenden Monate nicht zuletzt in einer stabilen Beschäftigungsnachfrage und in einer weiterhin bestehenden Investitionsbereitschaft.

Beim Blick in die Branchen zeigt sich, dass vor allem die Industrie und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen optimistisch sind. Die schwäbische Industrie ist mit der aktuellen Geschäftslage weiterhin zufrieden. Unverändert beurteilen 47 Prozent die Geschäftslage mit gut, allerdings ist die Zahl der unzufriedenen Unternehmen von sieben auf zehn Prozent gestiegen.

Der Jahreswechsel hat die positive Stimmung bei den unternehmensnahen Dienstleistungen wenig verändert. Über die Hälfte der Unternehmen freut sich über eine gute Geschäftslage und 45 Prozent über einen gestiegenen Umsatz.

Im Baugewerbe gibt es wenig Veränderung. Es zeigt sich mit Abstrichen zufrieden. Die Zahl der Unternehmen mit gestiegenem Auftragsvolumen ist deutlich zurück gegangen, jedoch hat sich für über die Hälfte der Unternehmen die Auftragslage nicht verändert. Für die Zukunft wird keine große Veränderung erwartet.

Die Stimmung im Verkehrsgewerbe hat sich etwas eingetrübt. Nur ein Viertel beschreibt die Geschäftslage als gut, deutlich weniger als noch im Herbst.

Der Großhandel in Schwaben ist zufrieden. Über ein Drittel der Unternehmen beurteilen die Geschäftslage mit gut, eine deutliche Steigerung zur Umfrage im Herbst. 36 Prozent freuten sich über gestiegene Umsätze und 24 Prozent gaben an, dass ihr Warenbestand größer als saisonüblich ist. Für die kommenden Monate erwartet über ein Drittel der Unternehmen eine weitere Verbesserung. Die Lage für den Einzelhandel ist hingegen schwieriger geworden. Überdurchschnittlich viele Händler mussten einen Umsatzrückgang hinnehmen.
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