Seniorenheim: Verfahren eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen ein Seniorenheim eingestellt. Dem Heim war fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen worden. Foto: © tom_u / 123rf.de

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung an elf Bewohnern eines Seniorenheims in Augsburg eingestellt. Die Ermittlungen hätten kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten von Mitarbeitern oder Verantwortlichen der Einrichtung erbracht.

Schon im Oktober des vergangenen Jahres hatte die Frau eines Bewohners Anzeige erstattet. Ihr Mann sei dort wiederholt nur unzureichend gepflegt worden. Weitere Angehörige kritisierten ebenfalls Personalmangel und Fehlverhalten des Pflegepersonals. Demente Bewohner hätten beispielsweise über Stunden in übervollen Windeln herum sitzen müssen, ohne das sich jemand um sie kümmerte.

"Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen und die Vernehmung zahlreicher Zeugen hat keinen ausreichenden Nachweis ergeben, dass das Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit der Bewohner durch die vom medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in einem Prüfbericht festgestellten Mängel oder durch etwaige pflegerische Defizite in strafrechtlich relevanter Weise beeinträchtigt wurden", so die Begründung der Staatsanwaltschaft für die Einstellung des Verfahrens.

Für den Vorwurf der Körperverletzung sei es nicht ausreichend, dass Missstände bei der Pflege und im Umgang mit den Bewohnern festgestellt werden, sondern weiter, dass diese Missstände in konkret beschreibbaren Fällen zu körperlichen Misshandlungen oder Gesundheitsschädigungen geführt hätten.
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