Sie sind ein Riesengewinn für Diedorf und Umgebung

Die "Helfer vor Ort Schmuttertal" (HvO), die bei einem Notarzteinsatz zusätzlich von der Notrufzentrale zu einem Patienten beordert werden, sind ein Riesengewinn für die Sicherheit der Bürger in der Marktgemeinde Diedorf“, fasste Bürgermeister Otto Völk in der jüngsten Gemeinderatssitzung die bisherigen Erfahrungen mit dem HvO zusammen. „Seit 5. Januar 2013 bis Ende Juni gab es bereits mehr als 200 Alarmierungen.

Mehr als 40 davon waren reale Lebensrettungen“, listete Tobias Förster dem Gemeinderat die Halbjahresbilanz der HvO Schmuttertal auf. Die Idee der HvO komme aus Amerika, wo die „First Responder“ die Todesrate bei Herzinfarkten dramatisch senken konnten, erläuterte Förster.

Tobias Förster und Felix Baierl sind zwei von derzeit 14 jungen und gut ausgebildeten Rettungsassistenten, die ehrenamtlich im Bereich Diedorf, Gessertshausen und Kutzenhausen im Einsatz sind. „Vor Jahren gab es viel Gegenwind für unser Projekt, auch der Kreisverband Augsburg musste erst überzeugt werden“, sagte Förster. Doch inzwischen sei die neue HvO-Gruppe eine der Größten in Bayern. Und nun, nach einem halben Jahr Probezeit, sei auch klar, dass der HvO eine wichtige Einrichtung sei. Im Durchschnitt betrage die Anfahrtszeit der HvO bis zum Patienten 4,5 Minuten, der Notarzt benötige in der Regel etwa zehn bis zwölf Minuten. Diese Zeitdifferenz gelte es durch schnelle und fachkundige Hilfe zu überbrücken, so Tobias Förster. Und schließlich seien auch die Angehörigen sehr froh, wenn kompetente Hilfe im Haus sei.

Allein in Diedorf und den Ortsteilen wurden in den vergangenen Monaten 136 Einsätze absolviert.

„Durch unsere Präsenz vor Ort lernen uns die Leute kennen und sprechen uns auch an. Und auch die BRK-Bereitschaft Diedorf profitiert von uns jungen Leuten“, weiß Förster. Die Mitglieder der HvO seien den drei Gemeinden sehr dankbar, dass sie den Start finanziell unterstützt haben. Und Diedorf engagiere sich durch die Übernahme des Fahrzeugunterhalts zusätzlich. Denn der HvO müsse sich selbst tragen, die Krankenkassen zahlen nichts. Den freiwilligen Dienst leistet die HvO-Gruppe täglich zwischen 18 und 5 Uhr morgens, am Wochenende sind die Helfer sogar 24 Stunden in Bereitschaft.

Nachdem der alte Einsatzwagen mit weit mehr als 300 000 Kilometern nicht mehr fahrtauglich war, musste jetzt ein guterhaltener gebrauchter Wagen angeschafft werden. Das neue Einsatzfahrzeug, einen VW T5, Baujahr 2008, war als Notarztwagen in Hannover unterwegs und kostete die Diedorfer 11 500 Euro. In Eigenleistung wurde das Fahrzeug umgerüstet und repariert, insgesamt mussten 15 000 Euro dafür investiert werden.

„Wir leben von Spendengeldern, wir müssen Benzin, Werkstatt- und Materialkosten selber aufbringen. Aber wir gehen nicht auf Geldsammeltour“, sagen Förster und Baierl. „Ein solch enormes ehrenamtliches Engagement verdient höchste Anerkennung“, meinte Bürgermeister Völk. Und auch das Ratsgremium zollte dem jungen Leuten großes Lob. Einstimmig beschlossen die Räte, dass Diedorf die Versicherung für das neue Fahrzeug bezahlt. Und falls es Probleme mit der Finanzierung des Wagens gebe, werde Diedorf ebenfalls helfen.

Weil das Einsatzfahrzeug sehr oft im engen Lupinenweg im Ortsteil Oggenhof stehe, schlug Gemeinderätin Maria Prues (SPD) vor, im Lupinenweg auf Gemeindegrund einen markierten Parkplatz auszuweisen. Das kommunale Tiefbauamt wird sich nun darum kümmern.
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