So funktioniert Augsburgs größter Wertstoffhof

Bisher lief die Müllentsorgung etwa hier ab: Anwohner brachten ihre Abfälle bequem in die Hessingstraße. Das soll sich nun ändern, die Augsburger Stadtverwaltung forciert ein zentrales Konzept der Wiederaufbereitung von Abfällen. Foto: Valentin Platzer

Knapp zehn Millionen Euro wird der geplante Riesen-Wertstoffhof in Haunstetten kosten. Das Depot an der Hessingstraße in Augsburg-Göggingen macht dafür dicht. Auch sonst ändert sich Einiges bei der Abfallentsorgung.

Der Bauhof Göggingen muss schließen, nun ist es amtlich. Der Stadtrat bewilligte kurz vor Weihnachten das Großprojekt "Depot Süd". Für 9,8 Millionen Euro entsteht am Unteren Talweg ein riesiger Wertstoffhof - flächenmäßig der größte Augsburgs.

Für Gögginger bringt das zunächst Nachteile mit sich. Ortsansässige entsorgten ihren Elektroschrott, Holz oder Gartenabfälle bisher bequem in der Hessingstraße. Damit ist nun Schluss, da das alte Depot dicht macht. Gögginger müssen längere Wege in Kauf nehmen und bis nach Haunstetten fahren. Dort entsteht neben dem Hasenbräugelände das größte Wertstoffdepot Augsburgs.

Etwa 18.000 Quadratmeter soll das neue Abfalldepot einnehmen. Bisher waren Wertstoffhöfe in solchem Ausmaß nicht nötig, ihren Müll entsorgten Augsburger meist in der Tonne, die Müllabfuhr erledigte den Rest. Anders als auf dem Land kümmert sich die Müllabfuhr in der Fuggerstadt auch um Papier und Verpackungen, was praktisch für die Bürger ist. Allerdings sind die Kosten der wöchentlichen Müllentsorgung immens. Diese Ausgaben will die Stadtverwaltung durch ihr neues Konzept eindämmen, ohne die Bürger unnötig zu belasten.

Dazu nahm bereits vor zwei Jahren das Depot Ost in der Johannes-Haag-Straße seinen Betrieb auf. Um eine flächendeckende Müllentsorgung zu garantieren, wird momentan an der Fertigstellung des Depots Nord gearbeitet, was die Stadt sich acht Millionen Euro kosten lässt. Nun kommt der Augsburger Süden an die Reihe, die Bauarbeiten werden laut Stadtratsbeschluss noch dieses Jahr ausgeschrieben. Ab Anfang 2016 könnte in Haunstetten gebaut werden.

Über 300 Fahrzeuge sollen das Mega-Depot Süd gleichzeitig anfahren können. Die Stadt plant in solch großen Dimensionen, um die Versorgung Haunstettens, Bergheims und Göggingens in einem Rutsch zu gewährleisten. Für Überreste aus dem Garten wie Baum- oder Strauchschnitt werden Häcksler zur Verfügung stehen, auch Kunststoffe, Kork und alte Küchengeräte sollen hier entsorgt werden. Das Depot soll außerdem als Stützpunkt der städtischen Straßenreinigung und Verkehrssicherung dienen.

Ursprünglich war als Standort auch die Friedrich-Ebert-Straße im Gespräch. Theoretisch findet sich hier - in der Nähe des Neubaugebiets - ebenfalls genug Platz. Letztlich entschied sich der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (AWS) aber dagegen. Der AWS rechnete für einen Gögginger Wertstoffhof mit wesentlich höheren Kosten und entschloss sich deswegen für den Standort in Haunstetten.

Trotz längerer Wege bei der Müllentsorgung profitiert der Stadtteil von dem Großprojekt: Der Platz, der in der Hessingstraße frei wird, kommt der Freiwilligen Feuerwehr Göggingen (FFG) zu Gute. Die Feuerwehrleute tun ihren Dienst in einem mehr als 60 Jahre alten Gerätehaus, das technisch schon lange nicht mehr auf aktuellem Stand ist. Indirekt bringt das Depot Süd also auch Vorteile für Göggingen mit sich, indem es die Arbeit der Feuerwehr erheblich erleichtert. Die FFG bekommt ein neues Gerätehaus, das auf dem Grundstück des Bauhofs entstehen soll.
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