Sommersaison im Gaswerk

Warum sich nicht einmal vom Gaskessel 80 Meter in die Tiefe abseilen lassen? Wer mutig genug ist, der kann dieses Angebot ab jetzt jeden Sonntag nutzen.

Nach der langen Winterpause hat nunmehr das Gaswerk in Oberhausen wieder von April bis Oktober jeden Sonntag für die Besucher geöffnet. Sei es für den Aufstieg auf den großen Scheiben-Gasbehälter, um in etwa 80 Meter Höhe Augsburg von oben anzusehen oder bei einer Führung die Gebäude von innen zu besichtigen und deren ehemalige Funktion erklärt zu bekommen oder sich vom Gaskessel abzuseilen. „Die Anlage ist so wie sie hier steht einzigartig. Es gibt kaum mehr solche Anlagen in Europa und in ganz Bayern ist das hier auch noch die einzig existierende Anlage“, erklärt Oliver Frühschütz.

Mit seinem Verein organisiert er in den Sommermonaten die Besichtigungstouren durch das eindrucksvolle Gelände, dessen große Gasbehälter nicht nur das Stadtbild Oberhausens, sondern das von ganz Augsburg mit prägen. Da es sich bei dem Verein um lauter ehrenamtlich mitwirkende handelt, finden die Führungen bis zum 28. Oktober immer nur jeweils sonntags um 14 Uhr statt. An jedem 1. Sonntag im Monat gibt es zudem eine spezielle Kinderführung um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist dabei nur bei größeren Gruppen nötig.

Ansonsten freut sich Frühschütz einfach auf interessierte Besucher für die fast zweistündige Führung durch die alten Hallen und Gebäude. Dabei gibt es allerlei zu entdecken und auch so manche Geschichte aus der „guten alten Zeit“ bekommt man bei der Führung noch mit. Der Treffpunkt zu den Führungen ist stets am Einfahrtstor vom Gaswerk in der August-Wessels-Str. 30.

Wesentlich öfter hat man ab sofort jeden Sonntag auch wieder die Möglichkeit den Aufstieg auf die Gaskessel zu wagen. In rund 80 Meter Höhe bietet sich ein fantastischer Blick über Augsburg. Jeweils um 13, 14, 15 und 16 Uhr gibt es bei gutem Wetter die Möglichkeit die Gasbehälter zu erklimmen. Zum Aufstieg ist unbedingt gutes Schuhwerk erforderlich. Treffpunkt ist 15 Minuten vor Beginn der Führung am Eingangstor. Der Eintritt beträgt 4 Euro, für Karo-Card-Inhaber gibt es entsprechende Ermäßigungen.

Völlig kostenfrei kann man sich jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr das Foucaultschen Pendel und die Orgelinstallation im großen Gasbehälter ansehen. Eindrucksvoll erlebt man dort die Klangwelten im Inneren des ehemaligen Vorratsbehälters.

Neu ist seit rund zwei Jahren die Möglichkeit, sich vom Gaskessel abseilen zu lassen. Aus 80 Meter Höhe kann man sich vom großen Scheiben-Gasbehälter hinunter in die Tiefe stürzen. Erste Möglichkeit hierfür ist der 29. April. Für 49 Euro kann man sich an den „seidenen Faden“ hängen lassen und bei selbstbestimmten Tempo dem Boden nähern. Wer dieses Erlebnis gerne mit Partner erleben möchte kann in diesem Jahr auch das „Tandem-Abseilen“ nutzen, bei dem der Partner zum halben Preis mit in die Tiefe rauscht. Wer mehr Informationen zu diesem beliebten Adrenalinkick möchte bekommt sie auf www.abseilen-fuer-alle.de .

Viel gemächlicher und ganz sicher ein lohnender Sonntagsausflug für die ganze Familie ist auf jeden Fall ein Gang über das eindrucksvolle Gelände, das zwar viele Augsburger vom Stadtbild her kennen, aber nur wenige bislang wirklich erforscht haben. Dank der Stadtwerke Augsburg, die als Unterstützer des Vereins tätig sind, kann das Gelände und deren Gebäude glücklicherweise noch für die Nachwelt erhalten bleiben. Frühschütz und seine Kollegen erklären nämlich gerne, wie früher Augsburg noch mit Gas versorgt wurde, was zum Ende des Kriegs passierte und was es mit dem Geist des Gaswerks auf sich hat.

Wer sich vorab einen Eindruck über die Arbeit des Vereins, die einzelnen Gebäude und Hintergrundinformationen machen möchte, findet diese unter www.gaswerk-augsburg.de . (fwo)
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