Stadt in Gesprächen mit dem Stadtjugendring über das Festival Modular

Das Modular 2015 war ein großer Erfolg. Die Stadt beeilt sich nun, das Festival mit Lob zu überhäufen. Foto: Kristin Deibl

Erfolg schafft Freunde, das gilt auch für das Jugendfestival Modular. Nach dem überwältigenden Besucherandrang am vergangenen Wochenende spekuliert die Stadtspitze wieder laut über eine jährliche Ausrichtung des Festivals.

Das Modular-Festival hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2009 fand es erstmals statt: experimentell, neuartig, einfach anders. Doch nachdem es 2011 als Lückenfüller für das Rahmenprogramm der Frauenfußballweltmeisterschaft herhalten musste, war der Weg zum kommerziellen Mainstream-Festival geebnet. Ab 2012 fand es nicht mehr mitten in der Stadt, sondern auf einem eigenen Festivalgelände rund um die Kongresshalle statt.

Nach einer verregneten Bilanz in 2013 - am Ende blieben gerade mal 1500 Euro in der Kasse - fiel das Festival 2014 dem Biennale-Konzept des damaligen Kulturrefenten Peter Grab zum Opfer. Erst heuer gab es wieder Zuschüsse von der Stadt, ohne die Modular nicht stattfinden kann. Der beherzte Versuch des Stadtjugendrings, es 2014 auch ohne Finanzspritze aus der Stadtkasse zu stemmen, scheiterte.

Wie die Bilanz zum vergangenen Wochenende zeigt, hat die Wandlung vom Experiment zum massentauglichen Großereignis der Beliebtheit des Modulars nicht geschadet. Es sei das "erfolgreichste in seiner Geschichte" gewesen, resümiert die Stadt Augsburg. Wer dort gewesen ist, wird das gerne bestätigen.

Die reflexartige Unterstützungszusage aus dem Rathaus kam dann wenig überraschend. Die Stadt wolle "gemeinsam mit dem Stadtjugendring Augsburg (SJR) das Festival für die nächsten Jahre fest im Veranstaltungskalender verankern", so die etwas vollmundige Versprechung.

Für Kulturreferent Thomas Weitzel ist das Modular ein Leuchtturm für die Pop- und Jugendkultur in der Stadt: "Das Festival ist nicht nur wegen der Headliner wie ,Wanda' oder ,Haftbefehl' ein großer Erfolg, sondern auch und gerade wegen der vielen lokalen Bands, Künstler und Projekte." Durch die "mehr als 270 ehrenamtlichen Helfer und ein umfangreiches Workshop-Programm" sei das Festival "tief in der Stadtgesellschaft verankert", so Weitzel.

Er habe zusammen mit OB Kurt Gribl "ein Gespräch über die Fortführung des Festivals mit der SJR-Vorsitzenden Heidi Hofstetter vereinbart".

Weitzel führe schon seit Mai Gespräche mit dem SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske und dem stellvertretenden SJR-Vorsitzenden Franz Schenck. Dabei sei es bereits um eine mögliche Vertragsverlängerung, verbunden mit Überlegungen, das Festival wieder jährlich zu veranstalten - wie die Position der Stadt zu diesem Zeitpunkt war, darüber schweigt Weitzel in seiner Pressemitteilung.

"Die Popkultur in Augsburg mit ihren verschiedensten Facetten ist ein elementarer Bestandteil der städtischen Kulturpolitik. Durch das Modular vernetzen sich Jugendliche und junggebliebene Menschen und können sich unmittelbar einbringen. Dies möchte die Stadt selbstverständlich weiter unterstützen", lautet Weitzels Fazit und man möchte ihm das auch glauben.
Als es Anfang 2014 um eine außerplanmäßig Unterstützung für das Modular ging, war Weitzel noch Leiter des Kulturamts. Peter Grab (damals Pro Augsburg) war der zuständige Referent er konnte oder wollte sich nicht im Stadtrat durchsetzen, um dem "Leuchtturm der Jugendkultur" zum Strahlen zu verhelfen. Dem Team des Stadtjugendrings und den ehrenamtlichen Helfern des Modulars bleibt zu wünschen, dass der jetzige Stadtrat mehr übrig hat für die Festivalkultur und zurückkehrt zum jährlichen Turnus. Die Besucher würden sich freuen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.