Stadtwerke erneuern Umspannwerk: 2,7 Millionen Euro investiert

In den schnöden Stahlschränken im Umspannwerk verbirgt sich moderne Technik. Fotos: swa/Jürgen Fergg

Augsburg - Direkt neben dem historischen Vogeltor an der City-Galerie steht ein eher unscheinbarer Ziegelbau. Doch der hat es in sich: Seit nahezu 90 Jahren wird von dort aus die gesamte Augsburger Innenstadt bis hinauf zum Hauptbahnhof mit Strom versorgt. Damit das auch weiterhin störungsfrei geschehen kann, haben die Stadtwerke Augsburg rund 2,7 Millionen Euro in neue Technik investiert. Nach knapp zwei Jahren ist der Umbau jetzt abgeschlossen.

Hinter den Ziegelmauern befindet sich eines von insgesamt elf größeren Umspannwerken der Stadtwerke in der Stadt. 1929 ging das Werk in Betrieb, zuletzt wurde es vor 40 Jahren erneuert. Auch wenn die Umspannwerke und Trafostationen in der Stadt mitunter als unschöner Fremdkörper wahrgenommen würden, seien sie doch unverzichtbar, damit der Strom mit 220 Volt zu Hause aus der Steckdose kommt, betonen die Stadtwerke. Bis es soweit ist, muss der Strom allerdings erhebliche Veränderungen durchmachen. Über die Überlandleitungen kommt er nämlich mit 380 000 Volt nach Augsburg. Im Umspannwerk des Verteilnetzbetreibers Amprion in Lechhausen werde der Strom zunächst auf 110 000 Volt transformiert und zu den sogenannten Mittelspannungs-Umspannwerken wie dem am Vogeltor weiter geleitet, erklärt der für die Planung zuständige Elektroingenieur Andreas Kohlhund. Dort befindet sich eine 110 000 Volt-Schaltanlage. Zwei Transformatoren sind damit beschäftigt, die Spannung auf 10 000 Volt herunterzutransformieren. "Von hier aus geht es dann weiter zu den kleinen Trafostationen überall in der Stadt, bei denen auf 400 Volt heruntergespannt wird, die Spannungsstärke, die beim Einzelverbraucher im Haus ankommt", so Kohlhund.

Nach 40 Jahren wurde die Technik im Umspannwerk am Vogeltor nun also auf den neusten Stand gebracht. "Natürlich musste während der gesamten Bauzeit die Stromversorgung weiterhin unterbrechungsfrei funktionieren", so Kohlhund. Dafür wurde als Ersatz im Kellergeschoss eine provisorische Schaltanlage errichtet.

Mit dem Umbau sei die Sicherheit insgesamt wesentlich erhöht worden, erklären die Stadtwerke. Die Anlage sei nun dreifach abgesichert. Wie wichtig das ist, zeigt ein Vorfall vor 13 Jahren: Wegen eines Brandes in der Station am Vogeltor blieben große Teile der Innenstadt für einige Zeit im Dunkeln.

Die Dreifachschottung könne genau solche Vorfälle verhindern.
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