StaZ-Intern: Odyssee im Nahverkehr

Kundenkarten, Preisstufen und Zonen: Pendler haben es nicht immer leicht. (Foto: Janina Funk)

In Augsburg mit Straßenbahn oder Tram zu fahren, kann durchaus lustig sein – wenn man über genügend Galgenhumor verfügt. Kollegin J. verging das Lachen zuletzt allerdings recht schnell.

Nach einem langen Arbeitstag wurde sie kurz vor ihrer Heimathaltestelle kontrolliert. Und der eher wenig freundliche Stadtwerke-Mitarbeiter forderte, nachdem er das Ticket ausgiebig studiert hatte, auch gleich den Personalausweis. J. gab ihm diesen und wies den Kontrolleur freundlich darauf hin, dass sie gleich aussteigen müsse.

„Ich steig’ mit ihnen aus’“, bellte der Mann zurück. Was denn mit der Fahrkarte nicht in Ordnung sei, fragte J., während sie mit dem Kontrolleur hinaus in das abendliche Sauwetter jenes Tages trat. „Die Fahrkarte passt, aber ihre Kundenkarte stimmt nicht!“

Ein zweiter Kontrolleur kam hinzu und tippte mutmaßlich sämtliche Angaben von J.s Personalausweis in ein mitgeführtes Gerät. Was denn jetzt genau das Problem sei, wollte J. nun endlich wissen, während der Regen beinahe schadenfroh auf sie herabprasselte. „Sie haben ein Ticket der Zone 1, aber eine Kundenkarte für die Preisstufe 2“, so die eher schroffe Antwort.

Böse Überraschung: Ein Bescheid über 60 Euro

Dass dies ein Problem sein könnte, hatte J. nicht erwartet, da die Zone 2 auf der grafischen Übersicht der Stadtwerke ja die Zone 1 beinhaltet.

Die Kundenkarte hatte sie noch aus der Zeit, in der sie in einen anderen Stadtteil zu ihrer alten Arbeitsstelle pendeln musste. Beanstandet hatte dies seither kein Kontrolleur.

Doch in diesem Fall half alles erklären und diskutieren nicht, die beiden Herren bestanden darauf, dass J. sich innerhalb einer Woche eine neue Kundenkarte besorgen müsse. Sie gaben ihr Ticket und Personalausweis zurück – und ein weiteres Schriftstück, das sie sich – inzwischen total durchnässt – aber erst zuhause genauer anschaute. Es war ein Bescheid über 60 Euro.

Belehrung und Bearbeitungsgebühr

Entsprechend sauer machte sich J. am nächsten Morgen auf ins Kundencenter. Dem Mitarbeiter, der sie erst fünf Minuten lang ignorierte und etwas in seinen PC tippte während sie am Schalter vor ihm stand und ihm (trotz allem freundlich) einen guten Morgen wünschte, erklärte sie, als dieser ihr endlich seine Aufmerksamkeit schenkte, dass sie eigentlich nur eine neue Kundenkarte brauche – und dass von einer Geldstrafe während der gestrigen Kontrolle gar keine Rede gewesen sei.

Außerdem habe sie ja auch ein gültiges Ticket! Nach einer Belehrung über Preisstufen, Zonen und Kundenkarten einigte man sich darauf, dass statt der 60 Euro eine Bearbeitungsgebühr von sieben Euro genüge.

Widerwillig zahlte J. und machte sich mit neuer Kundenkarte und altem Ticket auf zur Arbeit. (jaf)
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4 Kommentare
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Peter Maier aus Augsburg - City | 21.11.2017 | 18:26  
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Sebastian Summer aus Aystetten | 21.11.2017 | 22:28  
Janina Funk aus Augsburg - City | 22.11.2017 | 13:29  
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Doris Schaller aus Augsburg - Haunstetten | 23.11.2017 | 17:04  
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