Stetten-Schülerin Katja Seehütter erhält Roland-von-Hösslin-Gedenkpreis

Katja Seehütter mit ihrer Urkunde
 
Preisträgerin Katja Seehütter (Mitte) zwischen den Vorständen der Hösslin-Stiftung Dr. Rudolf Mauch (links) und Immo von Schnurbein sowie Schulleiterin Barbara Kummer und Studienrat Andreas Hofmann
Die Stetten-Schülerin Katja Seehütter wurde mit dem Roland –von- Hösslin-Gedenkpreis ausgezeichnet. Sie erhielt 500 Euro Preisgeld und eine Urkunde, die ihr bei einer Feier im Direktorat von den Vorständen der Roland von Hösslin-Gedenkstiftung, Immo von Schnurbein und Dr. Rudolf Mauch, überreicht wurde. Sie hatte im Terrorismus-Seminar bei Geschichtslehrer Andreas Hofmann eine Seminararbeit mit dem Titel „Von welchen Motiven ließ sich Boko Haram bei der Massenentführung nigerianischer Schülerinnen im Jahr 2014 leiten“ verfasst.

Die Nachricht, dass Katja Seehütter den Preis gewonnen hat, traf sie unvorbereitet mitten in den Abiturprüfungen. „Man hatte mir gesagt, dass ich direkt nach den Englischkolloquiumsprüfungen bitte noch bleiben solle und ich hatte keine Vorstellung davon, warum. Als ich dann gehört habe, dass meine Arbeit ausgezeichnet wurde, konnte ich es zunächst gar nicht glauben“, erzählte die Abiturientin.

Die Stiftung würdigt die Seminararbeit „für die Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Freiheit für den Einzelnen als Menschenrecht. Die Arbeit zeigt auf, aus welchen Motiven extremistische Denkweisen diese Freiheit gefährden. Dabei nutzt die Autorin vielfältige Quellen und leitet aus der Arbeit eine eigenständige Schlussfolgerung ab“, zitierte Immo von Schnurbein den Text auf der Urkunde.

Katja Seehütter ist 19 Jahre alt und möchte das Preisgeld im Sommer für eine Reise nach Kamerun benutzen. Der Pfarrer ihrer katholischen St.-Pius-Gemeinde in Haunstetten hat dort Schulen und Kindergärten gebaut und dort will sich Katja Seehütter umschauen und einbringen. „Ab Oktober werde ich dann in Eichstätt katholische Religion studieren, darauf freue ich mich schon sehr“, so Seehütter.
Roland von Hösslin war ein Berufssoldat und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. 1944 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Die Familie von Hösslin gehörte seit dem 17. Jahrhundert zum Augsburger Patriziat und ist mit der Familie von Stetten verwandt. Die Roland-von Hösslin-Gedenkstiftung will die Jugend fördern, einerseits in ihrer Ausbildung, andererseits aber auch im Bereich der Kultur in der Stadt Augsburg.

Oberstudienrat Andreas Hofmann hatte die 26-seitige Seminararbeit von Katja Seehütter mit einer Eins benotet. „Diese Arbeit könnte man an der Uni abgeben. Katja Seehütter hat gründlich recherchiert, sich intensiv mit den Quellen beschäftigt und sprachlich und inhaltlich klar und sauber gearbeitet“, lobte Hofmann seine ehemalige Schülerin. In die engere Auswahl kamen auch die Arbeiten von Laura Hemme und Sophia Aujezdsky. Laura Hemmes Thema lautete „Was bewegt in Deutschland sozialisierte Jugendliche dazu, sich dem IS anzuschließen“, Sophia Aujezdsky hatte eine Arbeit zum Thema Medien und Terrorismus verfasst.
Kat
Das Stetten-Institut besteht aus einem Gymnasium mit sprachlicher und naturwissenschaftlich-technologischer Ausrichtung und einer Realschule unter einem Dach (Realschulzweige: Wirtschaft, Französisch, Kunst und Soziales). Die Schulen sind staatlich anerkannt und befinden sich in evangelisch-lutherischer Trägerschaft, verstehen sich aber ausdrücklich als offen für Schülerinnen aller Religionszugehörigkeiten. In Tradition ihrer Gründerin Anna Barbara von Stetten werden ausschließlich weibliche Schülerinnen aufgenommen. Heute besuchen rund 1.100 Mädchen und junge Frauen die beiden Schulen, die auf einem weitläufigen Grundstück in der Augsburger Innenstadt liegen. In verschiedenen Projekten können Mädchen an den beiden Schulen forschen, musizieren, debattieren oder Theater spielen.
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