Störung zum Friedensfest: Rechtsextreme Kundgebung für Samstag angemeldet

Gegendemo gegen rechtsextreme Kundgebung Bei früheren Veranstaltungen rechter Gruppen haben Gegendemonstranten den Nazis einen Platzverweis erteilt. Foto: Archiv

Ausgerechnet am Hohen Friedensfest will die rechtsextreme "Bürgerinitiative Ausländerstopp" eine Kundgebung abhalten. Das Bündnis für Menschenwürde hat bereits eine Gegenaktion angekündigt.

Die Bürgerinitiative plant für 13 Uhr eine Lesung aus dem umstritten Buch "Deutschland von Sinnen" von Akif Pirincci, eingerahmt von "der szenische Darstellung ,Des Kaisers neue Kleider'", wie die Rechtsextremen für ihre Veranstaltung werben.

Ursprünglich wollten sie auf den Rathausplatz. "Doch da sind wir mit unserem Friedensfest", spricht Ordnungsreferent Dirk Wurm für alle Augsburger. Deshalb musste die Kundgebung auf den Jakobsplatz ausweichen - deutlich weniger zentral, als sich das die Bürgerinitiative gewünscht hat. Bescheiden ist die Vorstellung über die Teilnehmerzahl: Es wurden fünf bis zehn Personen angemeldet.

Deutlich größer dürfte die Anzahl der Gegendemonstraten ausfallen, zumindest war das bei rechtsextremen Auftritten in der Vergangenheit immer der Fall. Das Bündnis für Menschenwürde organisiert eine Gegendemonstration. Ab 12.45 Uhr bricht der Zug von der Steingasse auf Richtung Jakobsplatz. "So können alle Teilnehmer der Friedenstafel, die bei der Gegendemonstration dabei sein wollen, mitgehen", erklärt Wurm. Wer dann ab 14 Uhr die Ausschnitte aus der Oper "Zaide. Eine Flucht" auf dem Rathausplatz sehen möchte, kann mit einer eigenen Gruppe wieder zurück gehen.

Die angekündigte Gegendemo wird vermutlich einen massiven Polizeieinsatz zur Folge haben, um die beiden Lager voneinander zu trennen. Zuletzt hatten vor gut zwei Jahren Rechtsextremisten der "Bürgervereinigung Pro Deutschland" in Augsburg demonstriert, unter anderem vor einer Moschee. Die gut 300 Gegendemonstranten ließen die Rechten mittels Trillerpfeifen-Konzert aber nicht zu Wort kommen. Ansonsten verlief damals alles friedlich.

Die "Bürgerinitiative Ausländerstopp", geleitet von Roland Wuttke, der in Augsburg auch schon für die NPD Kundgebungen organisierte, hatte bereits im vergangenen Jahr versucht, das Friedensfest mit einer Lesung zu stören. 2014 untersagte die Stadt die Veranstaltung mit dem Hinweis auf die große Zahl eigener Veranstaltungen zum Friedensfest. Die Organisation klagte dagegen und bekam im Nachhinein Recht vor dem Verwaltungsgericht.

Wirklich groß ist der Sympathisantenkreis der "Bürgerinitiative" in Augsburg vermutlich nicht. Als sie bei der Kommunalwahl 2014 antreten wollte, scheiterte die Gruppe an fehlenden Unterstützungsunterschriften.
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