Stopp der Theater-Sanierung gefordert

Gegen die Sanierung des Theaters nach dem aktuellen Konzept haben sich mehrere Kulturschaffende in einem Offenen Brief ausgesprochen. Foto: Archiv

Seit Jahrzehnten schiebt eine Stadtregierung nach der anderen die Sanierung des Theaters vor sich her. Nun gibt es ein Konzept und offenbar auch Fortschritte bei der Finanzplanung, doch eine Gruppe von 53 Augsburger Kulturschaffenden- und interessierten fordert nun in einem Offenen Brief den Stopp der Theatersanierung. Diese fürchten, der teure Umbau könnte zu ihren Lasten gehen.


Das Wunschkonzept, das Architekt Walter Achatz vorgelegt hat, wird es wohl nicht werden. Mit 235 Millionen Euro ist es einfach zu teuer. Nun muss modifiziert, vereinfacht, verbilligt werden. Auch in einer schlankeren Gestalt - aktuell 185 Millionen Euro - wird die Theatersanierung für Augsburg eine ernste finanzielle Herausforderung.

OB Kurt Gribl verkündete kürzlich, dass er in München mit dem Freistaat über eine bessere Förderung verhandle. Ein Ergebnis wollte Gribl zwischen Pfingst- und Sommerferien kundtun. Solange wollten die 53 Unterzeichner des Briefs nicht warten. In dem Schreiben sparen sie nicht mit Kritik. "Bis heute liegt kein Entwicklungskonzept für ein Theater der Zukunft vor", so die Unterzeichner. Die aktuelle Planung zementiere lediglich den bisherigen Status quo des Stadttheaters. Bezug auf "die veränderten Realitäten unserer Gesellschaft" werde nicht genommen.

Auch mit dem Standort sind die Briefschreiber nicht zufrieden, mahnen einen offenen Diskurs dazu an, ebenso müsse die gesamte Zukunft des Theaters diskutiert werden. "Für die weitere Planung und Umsetzung fordern wir eine nachvollziehbare politische Verantwortlichkeit sowie eine aktiv von der Stadtpolitik initiierte Bürgerbeteiligung", so die Forderung der 53.

Dass deren Motivation zu dem Schreiben möglicherweise eine ganz andere ist, legt der letzte Satz des Briefes nahe. Die Unterzeichner wünschen einen transparenten Planungsprozess und "einen Finanzierungsplan, der nicht auf Kosten der vielfältigen kommunalen und freien Kultureinrichtungen geht".

Da neben den üblichen Verdächtigen aus den Reihen der Stadtratsopposition auch Personen unterschrieben haben wie Franz Fischer, der die Augsburger Filmtage organisiert, und Leonie Pichler von der Theatergruppe Bluespots Productions, erscheint die Kritik vor allem aus der Sorge um eigene Zuschüsse entsprungen zu sein.

Im Rathaus fiel die Reaktion entspannt aus. Gribl will mit den Autoren reden, um die Beweggründe und Zielrichtung zu erfahren. Die Verhandlungen in München gehen derweil weiter.
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