Streit um Linie 5 geht weiter

Die neue Linie 5 soll neben den Localbahngleisen an der Wertach entlang fahren.

Die Bürgeraktion Pfersee kämpft weiter gegen die Straßenbahnlinie 5 und kritisiert erneut die Stadtwerke. Diese wehren sich und verweisen auf den frühen Stand der Planungen.

Im Streit um die Trasse der Linie 5 hat es Dietmar Egger jetzt auf Fledermäuse abgesehen: Über den Bund Naturschutz habe er Auskünfte erhalten, die "das Argument der Stadtwerke zerbröseln". Egger kämpft mit seiner Bürgeraktion Pfersee gegen die Pläne, die neue Straßenbahnlinie 5 über die Hessenbachstraße zu führen. Seine Vorzugsvariante: Die Holzbachstraße.

"Die Fledermäuse taugen nicht als Kronzeugen", schreibt Egger in einer Pressemitteilung. Dass die Fledermausbestände durch eine Straßenbahntrasse in der Hessenbachstraße weniger betroffen seien als in der Holzbachstraße, wie die Stadtwerke argumentieren, sei durch den Bund Naturschutz widerlegt. Demnach seien die Quartiere der Fledermäuse an der Wertach zu einem großen Teil in Gebäuden. Zudem seien auf der östlichen Seite der Wertach zwar Quartiere bekannt - aber nur außerhalb des Planungsbereiches im Großbaumbestand zwischen Wertach und Wertachkanal. Bereits die Stadtratsvorlage zum Beschluss der Vorzugsvariante im Dezember habe die Problematik Fledermauspopulation für die Trassenvarianten auf beiden Seiten der Wertach als gleichermaßen zu beachten und daher untauglich als Auswahlkriterium gewertet, so Egger.

Die Stadtwerke verweisen auf die frühe Planungsphase. Auch zum Fledermausbestand werde derzeit ein Gutachten von externen Experten erstellt. Dieses wolle man abwarten. "Wir möchten sachlich bleiben und geben daher keine Zwischenstände heraus", sagt Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg. Zum Planfeststellungsverfahren - zu dem es kommt, wenn die Pläne soweit ausgearbeitet sind, um die Genehmigung bei der Regierung von Schwaben zu beantragen - wolle man die Gutachten gebündelt der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Stadtwerke: Untersuchungen laufen
Andere Aussagen der Bürgeraktion Pfersee sieht Fergg ebenfalls kritisch; etwa, dass die Variante Hessenbachstraße im Bürgerdialog per se als die schlechteste definiert wurde. Dem "Protokoll 1", das Egger als Beweisstück vorlegt, hält der Stadtwerke-Sprecher ein "Protokoll 2" entgegen. Darin heißt es unter anderem: "Mit der Straßenbahn in der Hessenbachstraße würde sich die ÖPNV-Erschließung nur für die Anwohner auf der Pferseer Seite verbessern. Durch einen Steg über die Wertach könnte der Einzugsbereich der Haltestelle vergrößert und auch das Rosenauviertel angebunden werden." Und: "Mit einer Straßenbahn in der Holzbachstraße wäre eine gute ÖPNV-Erschließung für das Rosenauviertel gewährleistet. Allerdings ist die Straße nur einseitig bebaut, was die Erschließungswirkung einschränkt."

Daraus, so Fergg, "geht sehr wohl hervor, dass im Bürgerdialog die Trassenvarianten differenziert betrachtet wurden." Es habe im Bürgerdialog kein Votum für eine bestimmte Trasse gegeben - und es habe auch keine Trasse verbindlich festgelegt werden können, "weil für eine fundierte Entscheidung zunächst noch wesentlich mehr Faktoren untersucht werden müssen." Darauf sei bei den Veranstaltungen auch immer wieder hingewiesen worden. Die Auswirkungen der Eingriffe - auch in Bezug auf die Anzahl der Bäume, die letztendlich gefällt werden müssen - werden für die Planfeststellungsunterlagen weiter untersucht. Nach dem jetzigen Stand der Planungen rechnen die Stadtwerke weiterhin mit 31 Bäumen, die für die Variante Hessenbachstraße weichen müssten. "Wir sind dabei, die notwendigen Unterlagen und Gutachten für das Planfeststellungsverfahren zusammenzustellen und werden diese Anfang kommenden Jahres bei der Regierung von Schwaben einreichen."
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