Streit um Waldwege in den Westlichen Wäldern

Spaziergänger in den Westlichen Wäldern ärgern sich über Mountainbiker, diese wiederum fordern ein legalisiertes Gelände. Der Streit geht im Deuringer Wald sogar soweit, dass Unbekannte Fallen aus Nagelbrettern, Stahlseilen und Maschendrahtzaun aufstellen. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten hofft auf eine Einigung aller Beteiligten.

Für jede Menge Gesprächsstoff sorgt derzeit das Thema "Mountainbiken" im Naturpark Westliche Wälder. Die Sportart ist seit langem auf dem Vormarsch und gewinnt immer mehr Anhänger aller Altersgruppen, vor allem in den Regionen um Stadtbergen und auch in Derching.

"Der Reiz daran ist es, kleine Wege, sogenannte Singletrails zu fahren, oft von Hand erbaut, die sich in Steilkurven schlängeln, technische Passagen enthalten und kleine Sprünge durch den Wald ermöglichen", erklärt der Stadtberger Max Haggenmueller, selbst begeisterter Mountainbiker und Kenner der Szene, der zudem beruflich Bikeparks und Pumptracks in ganz Europa mit gestaltetet und baut. Diese Wege "lassen das Herz eines jeden Bikers höher schlagen". Er schätzt, dass mittlerweile 450 aktive Radler jede Woche mehrmals in den Wäldern rund um Augsburg unterwegs sind. "Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Flora und Fauna unseres Waldes und stößt nicht selten auf Widerstand der Förster und Waldbesucher", weiß Haggenmueller. Seit Jahren gäbe es ein Wechselspiel zwischen Zerstören der Strecken und Wiederaufbau, was für beide Seiten anstrengend, ermüdend und ergebnislos sei, berichtete der Insider.

Deuringer Wald: Unbekannte bauen gefährliche Fallen


Neu hin komme allerdings, dass einige Waldbesucher inzwischen versuchen, den Bikern das Leben zu erschweren, indem sie gezielt Nagelbretter, Stahlseile und Maschendrahtzäune auf den Strecken etablieren, was nicht nur äußerst gefährlich für die Radler, sondern auch für die Tierwelt im Wald ist. Seit Jahren bemüht sich Haggenmueller um eine Legalisierung der Strecken in Stadtbergen. "Dies ist nicht nur wegen Naturschutz und der Haftung schwierig, vor allem das Unverständnis der Politik stellt sich als das größte Problem dar", berichtet er.

Ansprüche des Forstes und des Umweltamtes müssen berücksichtigt und ein geeignetes Areal gefunden werden. Ein solches Gelände gäbe es durchaus zwischen dem Bismarcksturm, der B300 und dem Golfplatz, sagt Haggenmueller. Dieses Gelände ist allerdings im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Wolfgang Sailer, bezieht sich auf das Bayerische Naturschutzgesetz, in dem steht, dass jedermann verpflichtet ist, mit der Natur und der Landschaft pfleglich umzugehen. Das Benutzungsrecht könne von Grundeigentümern oder sonstigen Berechtigten verweigert werden. Das Radfahren, wie etwa auch das Reiten, sei im Wald nur auf Straßen und geeigneten Wegen zulässig. "Die Wege müssen breit genug sein, um konfliktfrei auch anderen Erholungssuchenden die Ausübung des Betretungsrechtes zu ermöglichen", sagt Sailer.

"Die Ausgangssituation ist natürlich derzeit sehr emotional, daher ist es unser Ziel, dass beide Seiten aufeinander zu gehen", so der Amtsleiter. Traditionelle Wegstrecken im Wald sollen konkretisiert werden und diese dann auch ausdrücklich für diese Nutzung freigegeben werden.

"Dies bedarf allerdings einer Einigung aller Beteiligten: Besitzer, Forst, Stadt und Naturschutzbehörde", so Sailer abschließend. Nur wer ergreift die Initiative?
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