Streit zwischen VG WORT und deutschen Hochschulen: vorläufige Lösung gefunden

Zurück an die Bücher müssen die Studenten vorerst nicht. Sie bekommen weiterhin die Texte online von ihren Dozenten zur Verfügung gestellt. (Foto: 123RF)

Noch bis vor kurzem haben Studenten deutschlandweit befürchtet, wieder in das prädigitale Zeitalter versetzt zu werden. Grund dafür war, dass sich alle Universitäten und Hochschulen in ganz Deutschland geweigert haben, einen neuen Vertrag der Verwertungsgemeinschaft Wort (VG Wort) zu unterzeichnen.

Dozenten hätten ihren Studenten ab dem 1. Januar 2017 keine Materialien mehr online zur Verfügung stellen dürfen. Die Studenten hätten also wieder, wie in der Zeit vor dem Internet, in die Bibliothek gehen müssen, sich die benötigten Bücher suchen und die entsprechenden Stellen oder die Semesterapparate der Kurse kopieren müssen. Das würde nicht nur Zeit kosten, sondern auch Geld und Papier. Viele Bibliotheken hätten außerdem nicht genügend Drucker, um dem Ansturm Herr zu werden.

Die VG WORT vertritt die Interessen der Autoren, und stellt sicher, dass diese bei der Verwendung ihrer Texte eine angemessene Bezahlung erhalten. Für Hochschulen galt bisher eine pauschale Vergütung. Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts müssten die Hochschulen nun Vergütungen pro Seite, Studierenden und Semester bezahlen.
„Da dies an den Hochschulen für erheblichen zusätzlichen Aufwand und offene organisatorische und rechtliche Fragen führt, haben viele Hochschulen angekündigt, den genannten Rahmenvertrag aus Protest nicht zu nutzen“, teilte der stellvertretende Pressesprecher der Uni Augsburg Michael Hallermayer mit.

Vorläufig Entwarnung für die Studenten

In einer Pressemitteilung des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen teilte der Staatssekretär Thomas Grünewald nun mit, dass sich die Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der VG Wort auf eine vorübergehende Lösung geeinigt haben. „Die Beteiligten haben vereinbart, die pauschale Abgeltung der Ansprüche der VG WORT zunächst bis zum 30. September 2017 fortzuführen“, so Grünewald.

KMK, HRK und VG WORT sollen zudem vereinbart haben, in den kommenden Monaten eine für alle Beteiligten praktikable und sachgerechte Lösung zu entwickeln.

Die Studenten können also vorerst aufatmen.
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