Sturm und Drang in der Hammerschmiede – Viel Applaus für das Theaterstück „Update: Räuber.“ in der Freien Waldorfschule

„Früher wusste man wenigstens noch, wo das Problem lag. Da gab es einen ordentlichen Tyrannen, der hatte Namen und festen Wohnsitz. Heute heißt das Ding Weltwirtschaft! Und? Kann ich die anfassen? Krieg' ich die irgendwo zu packen? Konzerne, Aktionäre, Fusionen, Konsortien ...“ klagt Charlotte Mohr, die Räuberhauptfrau in einer chaotischen WG in einer illegal besetzten Fabrikhalle. Sie möchte gemeinsam mit ihrer Bande das ganze „Scheiß-System“ bekämpfen, die Konzerne, die Manager, die Globalisierer.
Schillers klassisches Drama „Die Räuber“ wurde von der Autorin Marlene Skala verwandelt. Das geniale kraftvollle Theaterstück aus dem 18. Jahrhundert ist in der modernen Fassung hauptsächlich mit weiblichen Rollen besetzt. Statt um zwei Brüder, geht es um zwei Schwestern, die beide um die Liebe des Vaters kämpfen. Statt Überfall und Raub machen die jungen Kriminellen Hackerangriffe und Erpressung. Ergebnis der Aufführung der 12. Klasse der Waldorfschule Augsburg war ein heutiger „Schiller zum Anfassen“. Kraftvoll und differenziert spielten die Schüler in zwei Besetzungen, Regie führte der Sprachgestalter Uwe Henken. In allen vier Aufführungen bekamen die Schauspieler viel begeisterten Applaus.
Die Freie Waldorfschule Augsburg wurde 1981 gegründet. Sie ist einzügig, rund 400 Schüler besuchen die Schule. Als Abschlüsse werden Mittlere Reife und Abitur angeboten. Teil der Waldorfpädagogik sind zwei Fremdsprachen ab Klasse eins, Leistungsförderung ohne Noten, Selektion und Sitzenbleiben, ein gemeinsamer Klassenverband während der gesamten Schulzeit, Ausbildung von individuellen sozialen und kreativen Fähigkeiten. Die Schule bietet eine flexibel buchbare Ganztagsbetreuung an.

+ Fotos, Urheberin Angelika Lonnemann
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