Theater-Spielplan: Wunschkonzert zum Abschluss

Das Theater hat seinen neuen Spielplan für 2016/17 vorgestellt. (Foto: David Libossek)

Augsburg - In der hitzigen Diskussion um die Zukunft des Theaters offenbaren die direkt Betroffenen das denkbar beste Argument: den Spielplan für die kommende Saison. Zwischen Faust und Tosca, zwischen Rocky Horror Show und Pünktchen und Anton will das Theater Augsburg den Beweis antreten, dass der Fuggerstadt ohne Theater etwas fehlen würde.

Demonstrativ gut gelaunt präsentiert am Dienstagvormittag die scheidende Intendantin Juliane Votteler mit dem Theater-Führungsteam ihren letzten Spielplan in Augsburg - und gleichzeitig den letzten Spielplan vor der Sanierung. Das Entsetzen über das Bürgerbegehren sei noch da, versichert Votteler auf Nachfrage. Doch sie habe es umgewandelt in Energie. "Wir sind dabei, uns aufzustellen", kündigt die Theaterchefin eine "Reihe von Aktionen" an, um für die Theatersanierung zu werben. Das Programm für die Spielzeit 2016/17 spricht dabei eigentlich für sich.

Das Leben sei kein Wunschkonzert, sinniert Votteler, doch in ihrem letzten Programm hätten sich einige ihrer Wünsche erfüllt. Etwa mit der Wahl des diesjährigen Familienstücks zur Weihnachtszeit: Pünktchen und Anton von Erich Kästner, "einer meiner Lieblingsautoren", wie Votteler bekennt.

Gespannt sein darf das Publikum auf die Umsetzung von "Faust I&II". Es mute ein bisschen größenwahnsinnig an, gibt Schauspielleiterin Maria Linke zu und erinnert gleichzeitig daran, dass in Hamburg der Faust derzeit in einer achteinhalb Stunden Version - mit drei Pausen - zu sehen sei. "So lange wird es bei uns nicht dauern", versichert Linke.

Mit "Oscar" bringt das Schauspiel eine Klipp-Klapp-Komödie auf die Bühne, die vielen vielleicht besser bekannt ist aus der Verfilmung mit dem unvergessenen Louis de Funès - ein Stück mit Lachgarantie.

Ernster geht es im Musiktheater zu etwa mit Puccinis "Tosca", Mozarts "Idomeneo" und "Kaspar Hauser" von Hans Thomalla. Dieses Stück ist eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg. An ein jüngeres Publikum richtet sich das Kammerspiel "Die weiße Rose" von Udo Zimmermann, in dem die letzten Stunden der Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl nachgezeichnet werden.

In dieser letzten Spielzeit vor der Sanierung wollte sich auch Ballett-Chef Robert Coen würdig verabschieden. "Mit dem Nussknacker kann nichts schief gehen", erklärt er die Auswahl des ersten Ballettstücks der Spielzeit.

"Rausschmeißer" aus der Saison sind wie jedes Jahr die Aufführungen auf der Freilichtbühne. Lange hat es wegen fehlender Lizenzrechte nicht geklappt, im Sommer 2017 dürfen die Zuschauer endlich "The Rocky Horror Show" genießen. "Reis und Klopapier nicht vergessen", rät Operndirektor Georg Heckel.

Den kompletten Spielplan gibt es hier.
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