Toyota bringt sein erstes Wasserstoff-Auto

Es ist der ewige Traum aller Zukunftsgläubigen und Umweltbesorgten: das saubere Auto, aus dessen Auspuff höchstens Wasserdampf entweicht. Versuche zu diesem Thema gibt es schon lange, doch jetzt steigen die Hersteller zaghaft in die Serienproduktion ein. Jüngstes Beispiel: Toyota. Für rund 78 540 Euro, respektive 1219 Euro Leasingrate im Monat (vier Jahre inkl. Service) kann man sich ein Wasserstoffauto vor die Tür stellen. Vorausgesetzt, er unterschreibt Toyota ein Formular, dass ihm die Tank-Modalitäten bekannt sind und er mit dem vorhandenen Netz an Zapfstellen klar kommt. Die Japaner wollen verhindern, dass sich später vermeintlich Überraschte beschweren. Wobei: wer sich für den innen wie außen ziemlich expressiv gestalteten Mirai entscheidet, wird schon genau wissen was er tut.

Wie genau sich der Alltag mit der viertürigen Limousine im BMW Fünfer-Format anfühlt haben wir im Raum Köln Düsseldorf ausprobiert. Der Start erfolgt überraschend unspektakulär. Knopf drücken, Wählhebel auf D und los. Leise sirrend schiebt uns die E-Maschine mit 114 kW und 335 Newtonmetern Drehmoment voran. Wer es drauf anlegt, summt in 9,6 Sekunden auf 100 km/h, maximal schafft der 1850 Kilogramm schwere Mirai 175 km/h. Von den chemischen Vorgängen, die in der Brennstoffzelle durch die Reaktion von Luftsauerstoff und Wasserstoff Strom gewinnen, bekommen wir nichts mit. Dafür der hinter uns fahrende Fotograf, bei dem der Regensensor seines Autos ständig die Wischer aktiviert. Der Mirai atmet halt spürbar Wasserdampf aus – soviel wie konventionelle Verbrenner, nur dass der bei diesen direkt verdunstet.

Bis zu fünf Kilogramm H2 speichern die beiden 700 bar-Tanks, das Tanken geht recht fix - vorausgesetzt man findet eine der 20 momentan in Deutschland aktiven Tankstellen. Pro Minute pressen sie rund ein Kilogramm (zu je 9,50 Euro) in die Tanks. Prall gefüllt kommt er damit rund 500 Kilometer weit. Womit er weiter kommt als reine Batterie-E-Autos.
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