Trägerwechsel beim Vincentinum: Barmherzige Schwestern ernten viel Lob

Generaloberin Schwester Michaela M. Lechner übergab den Schüssel für die Klinik Vincentinum an Prof. Dr. Rainer Salfeld, dem Geschäftsführenden Direktor bei Artemed. Robert Wieland (links) und Dr. Clemens Guth (rechts) leiten als Geschäftsführer die Klinik Vincentinum.
 
Rund 250 Gäste kamen zum Festakt ins Foyer des Gesundheitszentrums Vincentinum. Prof. Dr. Rainer Salfeld (am Rednerpult) von Artemed versprach, „die Zukunft des größten reinen Belegkrankenhauses in Deutschland so erfolgreich zu gestalten, wie es in der Vergangenheit die Kongregation getan hat“.

Mit einem feierlichen Festakt ging eine über 113-jährige Tradition in Augsburg zu Ende: Die Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul übergaben symbolisch den Schlüssel der 1904 gegründeten Klinik Vincentinum an das Gesundheitsunternehmen Artemed, dem neuen Träger des Belegarztkrankenhauses.

Generaloberin Schwester M. Michaela Lechner erinnerte vor 250 geladenen Gästen im Foyer des Gesundheitszentrums Vincentinum daran, dass sich zeitweise 80 Schwestern um die Klinik kümmerten. „Man kann nicht ermessen, wie viel Hingabe, Fleiß und Fürsorge unsere Schwestern in dieser Zeit aufgebracht haben.“ Bei einem Durchschnittsalter von rund 80 Jahren reichten die Kräfte nicht mehr aus, die Klinik in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Artemed will auf "Kontinuität und Wandel" setzen

Umso mehr freue es die Kongregation, mit der Artemed-Klinikgruppe einen Nachfolger gefunden zu haben, „bei dem unsere Vorstellungen gut beheimatet sind. Wir waren beeindruckt von der fairen Verhandlungsführung und dem angenehmen Miteinander“, sagte Generaloberin Schwester M. Michaela Lechner.
Prof. Dr. Rainer Salfeld, Geschäftsführender Direktor bei Artemed in Tutzing (Starnberger See), versprach, „die Zukunft des größten reinen Belegkrankenhauses in Deutschland so erfolgreich zu gestalten, wie es in der Vergangenheit die Kongregation getan hat“. Die Übertragung der Verantwortung empfinde er als große Ehre, aber auch als große Herausforderung. Artemed, Betreiber von 12 Kliniken in Deutschland, setze dabei auf Kontinuität und Wandel. So will Prof. Salfeld die vinzentinische Tradition der besonderen Zuwendung zu den Patienten unbedingt fortsetzen, aber auch künftig dem Fortschritt in der Medizin und den Veränderungen des Gesundheitssystems Rechnung tragen.

Augsburgs Dritter Bürgermeister, Dr. Stefan Kiefer, würdigte im Namen der Stadt den Einsatz der Barmherzigen Schwestern in 113 Jahren in der Klinik Vincentinum „Die Schwestern haben sich mit ihrem hingebungsvollen Einsatz einen festen Platz in den Herzen der Bürger erarbeitet.“ Er selbst verbindet beste Erinnerungen mit dem Vincentinum. Als Vater habe er mit seiner noch ganz jungen Tochter die Notfallpraxis aufsuchen müssen. Kiefer: „Es ist alles gut gegangen, jetzt hat sie ihr Abitur in der Tasche.“

„Ich konnte hier immer beste Qualität anbieten. Das habe ich den Schwestern zu verdanken“, würdigte Dr. Chaled El Masry, Leitender Belegarzt, im Namen seiner Kollegen die Verdienste der Kongregation. Der Trägerwechsel zum 1. Juli sei absolut harmonisch verlaufen. „Ich hoffe, dass dies auch so bleibt“, sagte El Masry zum Schluss seiner unterhaltsamen Rede mit einem Schmunzeln auf den Lippen, das Zuversicht ausdrücken sollte.
An den Festakt schloss sich noch ein Grillfest der neuen Unternehmensspitze mit den Mitarbeitern an. Dabei verband Holger Bänsch, der Vorsitzende des Betriebsrates, den Dank an die Schwestern für ihre geleistete Arbeit mit dem Wunsch, „dass Artemed die Klinik vertraglich und menschlich so fortführt, wie es die Kongregation vorgelebt hat.“

Dr. Guth: Klinik Vincentium steht glänzend da

Dr. Clemens Guth, Geschäftsführender Direktor des Gesundheitsunternehmens Artemed, ist seit 1. Juli – neben Robert Wieland – auch Geschäftsführer des Gesundheitsparks Vincentinum. Zu seinen ersten Eindrücken äußert sich der Mediziner mit langjähriger Managementerfahrung im Interview.
Frage: Im Vorfeld bescheinigten Sie der Klinik Vincentinum einen „hervorragenden Zustand“. Hat sich Ihr Eindruck bestätigt?
Dr. Guth: Absolut. Ich habe hier ärztliche Kollegen angetroffen, die mit viel Wissen und großer Empathie einen tollen Job machen. Auch die Pflegekräfte sind mit bewundernswertem Engagement bei der Sache. Es ist hier alles professionell aufgestellt. Nicht umsonst gilt das Vincentinum als eine der führenden Belegarztkliniken Deutschlands.
Frage: Wie wurden Artemed als neuer Träger und insbesondere Sie als neuer Geschäftsführer aufgenommen?
Dr. Guth: Wir wurden wirklich sehr herzlich aufgenommen. Ich bin derzeit drei Tage die Woche in Augsburg und unterstütze den Geschäftsführer Robert Wieland bei der Integration der Klinik in unsere Unternehmensgruppe. Wir wollen den besonderen Geist der Klinik erhalten und alle Mitarbeiter übernehmen. Ich gehe davon aus, dass uns dies zu 100 Prozent gelingen wird.
Frage: Was wird sich ändern?
Dr. Guth: Ich will zunächst in Ruhe zugucken, zuhören und alles verstehen. Wir stehen für Kontinuität. Wenn nötig, würden wir die Klinik Vincentinum natürlich auch weiterentwickeln, um ihre führende Position zu sichern und nach Möglichkeit sogar noch weiter auszubauen. Derzeit sind keine größeren Veränderungen erforderlich. Der Gesundheitspark rund um die Klinik Vincentinum mit seiner optimalen Verbindung stationärer und ambulanter Leistungen steht glänzend da. Darum sind wir ja so froh, dass wir die Klinik, das Gesundheitszentrum sowie die Tochtergesellschaften DZVA (Diagnostisches Zentrum am Vincentinum Augsburg gGmbH) und SVS (St. Vinzenz Service GmbH) von den Barmherzigen Schwestern übernehmen konnten.
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