Turamichele-Fest in Augsburg: Auf drei Tage verlängert

Das Turamichele sticht wieder zu. (Foto: City Initiative Augsburg)

Per Gerichtsentscheid muss das Turamichele-Fest heuer ohne verkaufsoffenen Sonntag auskommen. Augsburg behilft sich mit einer Verlängerung: Von 29. September bis 1. Oktober sticht der Erzengel am Perlachturm auf den Teufel ein.

Es war eine herbe Enttäuschung für die Stadt und die City Initiative Augsburg (CIA) im Mai, als der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt untersagte. Der nächste war für den 1. Oktober geplant, der Turamichele-Marktsonntag. Nun haben die Geschäfte sonntags geschlossen, wenn der Erzengel Michael auf dem Rathausplatz seinen Kampf gegen das Böse ausficht.

Traditionelles Turamichele-Fest soll Innenstadt trotz Verbot des verkaufsoffenen Sonntag beleben

Es ist ein Fest mit Tradition, das Turamichele-Fest. Gefeiert wird eigentlich der Michaels-Tag, der 29. September. Aus einer Luke am Perlachturm neben dem Rathaus wird an diesem Tag zu jeder vollen Stunde eine Figurengruppe geschoben, die den Erzengel im Kampf mit dem Teufel zeigt. Zu jedem Glockenschlag sticht Michael zu – zur Freude der versammelten Zuschauer. Daran hat sich seit den Ursprüngen des Festes – die ursprüngliche Figurengruppe stammte vermutlich aus dem 16. Jahrhundert – bis heute wenig geändert.

Neu dazugekommen ist in den vergangenen Jahren das Turamichele-Fest. Zusätzlich zum Michaels-Tag durfte der Erzengel auch am darauffolgenden Wochenende zustechen ergänzt von Fressbuden, Fahrgeschäften, Konzerten und Bühnenshows – und einem verkaufsoffenen Sonntag. Auch ohne diesen, „der nun leider gerichtlich untersagt wurde, werden wir dieses Jahr an einem extra-langen Turamichele-Wochenende die Menschen aus Stadt und Region in unsere schöne Augsburger Innenstadt einladen“, erklärt Citymanager Heinz Stinglwagner trotzig.

Drei Tage feiern - mit Sonderaktionen der Geschäfte am Samstag

Stinglwagner profitiert dabei von einer günstigen Konstellation im Kalender, denn der 29. September fällt auf einen Freitag. So ist es möglich, dass heuer das Turamichele-Fest auf drei Tage ausgedehnt wird und so von Freitag bis Sonntag, 29. September bis 1. Oktober, die Innenstadt beleben kann – und damit auch den Handel. Dass mit dieser Lösung die Geschäfte der Innenstadt genauso von zwei Tagen Turamichele-Fest profitieren wie mit einem verkaufsoffenen Marktsonntag, will Stinglwagner als zusätzlichen Gewinn verstanden wissen: „Das ist ein glücklicher Zufall.“ Ohne die großzügige Unterstützung des Handels wäre das Turamichele-Fest in diesem Ausmaß aber gar nicht möglich, allein die Preise des Luftballonwettbewerbs wie ein Ballonrundflug, ein Familien-Wochenende im Europapark Rust oder ein Kinderfahrrad wären ohne die Geschäftsleute nicht umsetzbar. Diese haben in großer Mehrheit zugesagt, ihre normalerweise dem verkaufsoffenen Sonntag vorbehaltenen Sonderaktionen einfach auf den Samstag zu verlegen. Den Sonntag wünschen sich aber alle zurück. Und so tüfteln Stinglwagner und die Stadt an einer Lösung, wie in Zukunft wieder verkaufsoffene Sonntage in der Innenstadt stattfinden können. „Wir prüfen die rechtlichen Möglichkeiten“, verspricht Stinglwagner.

Aber am Sonntag, 1. Oktober, bleiben die Geschäfte geschlossen. Langweilig wird der Besuch des Turamichele-Festes deswegen sicher nicht. So startet an diesem Tag um 10 Uhr auf der Maximilianstraße die Fuggerstadt Classic Oldtimer-Rallye. Auf den Bühnen am Rathausplatz und am Fuggerplatz unterhalten verschieden Gruppen und Bands mit ihrem Programm und natürlich sticht das Michele den Teufel. Aufs Einkaufen muss am Sonntag übrigens auch niemand verzichten. Denn bereits am Samstag, 30. September, eröffnet zwischen Jakober Tor und Vogeltor die Herbstdult und die längste Freiluftkaufstraße der Stadt hat bekanntlich auch sonntags geöffnet.
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