Violinwettbewerb: Die Welt spielt Geige

Magdalena Schwarzmann sitzt mit in der Jugendjury und darf die Beiträge beurteilen. Foto: Christina Bleier

Geigenkoffer werden in drei Wochen das Stadtbild prägen: Der 9. Internationale Violinwettbewerb findet vom 3. bis 14. Mai im Leopold Mozart-Zentrum und der Kongresshalle statt. 62 Teilnehmer stellen sich der Jury und der Öffentlichkeit, die zu jeder Wettbewerbsrunde eingeladen ist.

Im September 2015 hat die Organisation des alle drei Jahre stattfindenden Wettbewerbs das städtische Mozartbüro in Person von Simon Pickel übernommen. "Wir machen einen publikumsorientierten Wettbewerb für die Augsburger - und keine geschlossene Veranstaltung", betont Pickel. "Deshalb haben wir so ein umfangreiches Rahmenprogramm und deshalb ist der Eintritt oft frei und sonst sehr moderat."

Tatsächlich sind in diesem Jahr alle Wettbewerbsrunden für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer mag, kann sogar bequem von Zuhause aus das Vorspielen verfolgen: In Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg wird ein Livestream angeboten (www.leopold-mozart-competition.de).

Beeindruckt waren die Veranstalter von dem großen Interesse für den Wettbewerb. 120 junge Geiger meldeten sich an, eine Vorjury musste daraus die jetzigen 62 Teilnehmer aussieben. Sie kommen aus 20 verschiedenen Ländern und die Altersspanne reicht von 16 bis 30. Für den Sieger des Wettbewerbs gibt es übrigens 10 000 Euro Preisgeld. Die Motivation ist entsprechend hoch.

Der künstlerische Leiter Professor Petru Munteanu erwartet einen spannenden Wettbewerb: "Das Niveau der eingesendeten Aufnahmen für die Vorauswahl war sehr hoch. Unter den Eingeladenen befinden sich viele Preisträger anderer Wettbewerbe. Einige davon haben sich bereits einen Namen in der Szene der jungen Solisten gemacht." Für die Auswahl der Wettbewerbsstücke hat Professor Munteanu versucht, die üblichen Werke zu vermeiden - auch um es den Teilnehmern ein bisschen schwieriger zu machen. Er hält nichts davon, mit einem Brahmskonzert zehn verschiedene Wettbewerbe abzugrasen. Entsprechend finden sich im Halbfinale weder Brahms, noch Tschaikowski. "Sie werden sie nicht vermissen", verspricht Munteanu.

Er selbst ergänzt die achtköpfige Jury, allerdings ohne Stimmrecht. Zusätzlich bewertet eine Jugendjury die Beiträge, besetzt mit Schülerinnen aus Augsburger Gymnasien, die bereits selbst jede Menge Erfahrung mit der Geige gesammelt haben. Sie dürfen einen eigenen Wettbewerbssieger küren.

So spannend der Wettbewerb auch wird, das Rahmenprogramm hat es ebenfalls in sich.

Das Eröffnungskonzert im Goldenen Saal des Rathauses bestreitet Maia Cabeza, die viel bejubelte 1. Preisträgerin der vergangenen Wettbewerbsausgabe (2013). Begleitet wird sie von den Augsburger Philharmonikern unter der Leitung von GMD Domonkos Héja am Dienstag, 3. Mai, 18.30 Uhr. Baiba Skride, die auch der Wettbewerbsjury angehört, ist am Dienstag, 10. Mai, um 19.30 Uhr, begleitet von ihrer Schwester, der brillanten Pianistin Lauma Skride, im Kleinen Goldenen Saal zu erleben. Beide Schwestern geben im Rahmen des Wettbewerbs auch einen Meisterkurs.

Absolut hörenswert wird auch das Kammerkonzert der Kronberg Academy, der legendären Streicher-Talenteschmiede im Taunus sein. Ein Trio junger Spitzenmusiker spielt am Montag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Schaezlerpalais.

Ergänzt wird das Programm durch Vorträge und Workshops, so können Interessierte die Geburt einer Geige und des dazugehörigen Bogens miterleben. Das komplette Programm findet sich im Internet unter leopold-mozart-competition.de.
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