Von 25 Millionen Euro auf 54 Millionen Euro

Die B-300-Umfahrung wird teurer als geplant. Das Thema Ortsumfahrung brennt den Gemeinden seit vielen Jahren auf den Nägeln.

Lange haben die Bürgermeister in Diedorf und Neusäß gehofft und das Staatliche Bauamt Augsburg darauf gewartet - jetzt endlich ist er da, der Sichtvermerk des Bundesverkehrsministerium zur Ortsumfahrung der B 300 Diedorf-Vogelsang.

Derzeit prüft die Regierung von Schwaben den Vermerk. Schon im Jahre 2007 habe das Staatliche Bauamt den Plan zur Ortsumgehung der B 300 für den Bereich Diedorf-Vogelsang vorgelegt, doch Berlin ließ sich Zeit. Dabei brennt das Thema Ortsumfahrung den Gemeinden seit vielen Jahren auf den Nägeln: Als die wichtigste Verkehrsader aus dem Allgäu und dem Südwesten in Richtung Augsburg sind vor allem die Anliegergemeinden Gessertshausen, Diedorf und Neusäß-Vogelsang durch diese Bundesstraße betroffen.

Aktuelle Verkehrszählungen gibt es nicht, die letzten Zahlen sind rund drei Jahre alt. Durch Diedorf fuhren weit über 20 000 Fahrzeuge und bei Neusäß-Vogelsang mindestens 28 000 Fahrzeuge/Tag. Wie wichtig die Umfahrung ist, das schlägt sich auch in der Ortsentwicklung der Gemeinden Gessertshausen und Diedorf, die durch die B 300 durchschnitten werden, nieder. Solange die B 300 nicht den Ort umfährt, bleiben die Pläne für eine Innerortsgestaltung in den Schubladen der Rathäuser.

Doch was bedeutet jetzt der Sichtvermerk aus Berlin? In Augsburg wisse man nun, in welche Richtung die Pläne für die Umfahrung gehen. Doch es bleibt noch genug Arbeit für das Staatliche Bauamt. Beim Lärmschutz muss – vor allem im Bereich Unterdorf – nachgebessert werden. Denn nicht nur die Straße, auch die Bahnlinie müsse in den Lärmschutz eingeplant werden. Bei den Baukosten hat sich im Laufe der vergangenen Jahre auch eine Steigerung ergeben; ursprünglich sprach man von etwa 25 Millionen Euro, inzwischen geht man von circa 54 Millionen Euro Baukosten aus. Bei den Anschlussstellen muss sich Diedorf wohl von einer der vier Anschlüsse verabschieden. Dafür müsste dann die Ausfahrt Oggenhof als Vollanschluss ausgebaut werden.

Was mit der B 300 alt nach der Inbetriebnahme der Ortsumfahrung geschehen wird – ob die Straße künftig als Kreis- oder Gemeindestraße herabgestuft wird – steht noch nicht fest. Deshalb dürfen nur noch notwendige Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Doch das dürfte für Diedorf das kleinere Problem sein, denn noch nicht mal vor eineinhalb Jahren wurde die Durchfahrt in zwei Bauabschnitten mit Flüsterasphalt aufgewertet.
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